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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1926-01-01 · 27 (1926) · p. Seite 73

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
27 (1926)
Article
Der Sohar
Date
1926-01-01
Page
Seite 73 (sequence 40)
Language
German
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73 Gott und mit ihm eins; und eben der Mittler, der Israel mit Gott verbindet, das ist die Thora. „Wegen dieses ihres Einsseins mit Gott heißen die Juden Kinder, Kinder Israel; Kinder also, die die wahre Freiheit genießen; sie sind in keinem fremden Bereiche mehr, sie sind nur mit Gott zusammen, welcher das Erhabenste von allem, das Gewaltigste über allem ist, da oben und da unten."^) Die Thora ist das Bindeglied zwischen Gott und dem jüdischen Volke; diese drei zusammen sind eine Einheit. „An jedem Ort, wo man in der Thora forscht, da sind auch Gott zugegen und die Gemeinschaft Israel."^) Dieser Grundgedanke ist alt und beherrscht schon die ganze Bibel. Zuerst hat Gott einen Bund geschlossen mit einzelnen: mit Abraham, Isaak und Jakob; aber auch dazumal schon hat Gott nicht diese drei allein gemeint, sondern den Bund schon mit denen, die nach ihnen kommen sollten, mitgeschlossen: „mit dir und deinem Samen nach dir." Aber erst mit dem Empfang der Thora auf dem Sinai verband sich Gott geradezu mit jedem einzelnen von Israel. Bon diesem Augenblick an ist das jüdische^ Volk nicht mehr verlassen auf der Welt gewesen; Gott hatte es durch die Thora abgesondert von allen anderen Völkern, und eben dadurch war er eins geworden mit ihnen. Von diesem Augenblick an redeteEott die Israeliten wie ihm Ebenbürtige an: „Ihr sollt heilig sein, denn heilig bin ich, euer Gott" (Leviticus 19,2); heilig sollst du sein; denn du bist wie er, also sei so heilig wie er. Und dieser große mystische Gedanke tritt uns dann völlig ausgeführt und erweitert im Sohar entgegen. lleberall im Sohar findet man diesen Gedanken einer „Dreieinigkeit", nämlich des heiligen Bundes zwischen Gott, der Thora und dem Volke Israel. Wir finden das geflügelte Wort: „Der Heilige, gelobt sei er, die Thora und Israel sind eins." 74) Sohar, III, 149. 75) ibid. II, 98.

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