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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1926-01-01 · 27 (1926) · p. Seite 34

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
27 (1926)
Article
Der Sohar
Date
1926-01-01
Page
Seite 34 (sequence 1)
Language
German
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Der Sohar. Von Dr. S. A. Horodezky. I. -E ller Strahlenglanz, der von der jüdischen Mystik in M^die Bibel, das apokryphifche Schrifttum, den Talmud, die Schriften der Eeonim usw. ausströmte, sammelte sich wie in einem Brennpunkte im „heiligen" Buche Sohar und wurde hier zu einem Meer von Licht, zu einer blendenden Zentralsonne. Eine ungemein rege Empfindung, üppige Einbildungskraft, felsenfester, hingebungsvoller Gottesglaube, kindliche Herzenseinfalt — alle jene Wesenszüge, die den Urgrund einer jeden Religion bilden, im Sohar finden sie sich zu einer wahrhaft erlesenen Harmonie vereinigt- Wir vernehmen hier den Widerhall der jüdischen Prophetie; man kann den Sohar füglich die Prophetie des Ealuth nennen. Er diente allen großen Meistern der Kabbala, die das messtanische Zeitalter herbeisühren, die Erlösung des jüdischen Volkes bewirken wollten, als fernhin leuchtender Wegweiser. Die meisten Pseudomessiasse, die in den Jahrhunderten der Zerstreuung auftraten, stützten sich auf den Sohar und fanden in ihm allein die Grundlage ihrer Lehren und Bestrebungen. Ja, selbst das Christentum wurde im Mittelalter stark von seinen Lehren beeinflußt, gleichwie das Urchristentum unter dem Einfluß der antiken jüdischen Mystik stand, wie sie im biblischen und apokryphischen Schrifttum zutage tritt. Im Grunde fußt das Judentum auf drei Schriftwerken: der Bibel, dem Talmud und dem Sohar. Von altersher bis auf unsere Tage kreist nahezu das gesamte Denken und geistige Schaffen des jüdischen Volkes um

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