Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 27 (1926)
- Article
- Eine altkastilische Prachtbibel
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 29 (sequence 21)
- Language
- German
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29 Die römische Kirche aber erklärt, die heilige Jungfrau Maria wird ihren Sohn Jesus empfangen und nach wie vor der Geburt Jungfrau bleiben. Diese Wortform Immanuel (— mit uns Gott) besagt, daß er einen Menschenleib und mit seinem Tod und Leiden unsere Menschlichkeit annehmen werde, und da er die menschliche Geburt mit uns teile, so befreie er das ganze Menschengeschlecht von der Sünde der ersten Menschen. Der Fortgang dessen, was hiernach die ehrwürdigen Meister der heiligen Theologie sagen, erfordert diese Grundlage, die Juden aber sind anderer Meinung. Um nicht weitschweifig zu werden, lassen wir jedoch beiseite, was sie davon sagen. — Mit derselben sicheren Klarheit und Ruhe wird in diesem Prophetenbuche 11,1; 42,1; 49,6; 50,1; 53,3/12; ferner Am. 9,2; Mi. 5,1; Hab. 2,3; Sach. 6,15; 8,17 usw. festgestellt, was der Jude und was der Christ davon annimmt. So kommt er der Weisung des Großmeisters nach, sowohl die ihm oft augenscheinlich von den Zensoren diktierten Meinungen, als auch die der vielen Meister der Theologie anzuführen. Indem er aber dieser die Prüfung überläßt, bemerkt er zu der verschiedenartigen Fülle nur, diese bekunde die unendliche Vollkommenheit der Thora, und daß sie göttlich ist. — Den einzelnen Kapiteln stellt er lleberschriften voran, die ihren Inhalt anzeigen, nur die Psalmen haben die Anfänge der Vulgata statt derjenigen des hebräischen Textes. An ihrem Schluß folgen statt einer Doxologie liturgische Hinweise, zuletzt der auf einen Psalm des Papstes (?) Athanasius, welcher dem frommen Christen den Glauben an die Dreieinigkeit empfiehlt — sie entstammen augenscheinlich der gläubigen Stimmung eines unberufenen Schreibers. Religions philosophisches. Eine Hauptschwierigkeit findet R. Mose in der Verschiedenheit der Glaubenslehren der beiden Bekenntnisse. Die Hebräer halten die mosaische Prophetie für erhabener als alle anderen, da