Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 27 (1926)
- Article
- Eine altkastilische Prachtbibel
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 9 (sequence 1)
- Language
- German
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Eine altkastilische Prachtbibel. Von Seminaroberlehrer vr. Max Golde. f er Kampf der viele Jahrhunderte hindurch unter arabischer Herrschaft stehenden christlichen Bevölkerung der iberischen Halbinsel gegen die erdrückende llebermacht der fremden Lehren und Sitten, ihrer Sprache und Zivilisation fachte den religiösen Eifer und das Studium des Kirchenglaubens mächtig , an. Das bleibende Ergebnis dieser frommen Bestrebungen waren vor allem Kommentare der biblischen Bücher, die unvergänglich herrliche Denkmale der muzarabischen Kirche bilden. Besonders im neunten Jahrhundert setzt die Herstellung altkastilischer Bibelhandschriften ein, die ohne Ausnahme sämtlich das Alte Testament ganz oder zum Teil enthalten. Ihre Zahl steigert sich im 13. Jahrhundert und wächst fortgesetzt, bis sie in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts weitaus den Höhepunkt erreicht. Von mehr als achtzig Kodizes ist die bei weitem bedeutendste und schönste von allen die berühmte Bibel von Olivares, jetzt dem Hause Alba gehörig, von der wir bisher nur durch die flüchtige Einsichtnahme der altspanischen Originalhandschrift Kenntnis bekamen, deren kostbare Kopie aber jetzt durch das Entgegenkommen der preußischen Staatsbibliothek dem eingehenderen Studium zugänglich gemacht hat. Kulturhistorisches. Die kirchlichen Bestrebungen fanden besondere Förderung unter der Regierung Johanns II. von Kastilien; bei seines Vaters Tode zwei Jahre alt, überließ er auch nach seiner Mündigkeitserklärung Macht und Ruhm der Krone im Kampf gegen den widerspenstigen kastilischen Adel seinem Jugendfreunde D. Alvaro de