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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1926-01-01 · 27 (1926) · p. Seite 2

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
27 (1926)
Article
Rückblick auf das Jahr 5686
Date
1926-01-01
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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2 Elemente im Judentum über die Grenzen der einzelnen Länder hinaus ein gemeinsames Band schlingt. Sie kann, wenn ihr rechte Taten folgen, eine neue Aera jüdisch-religiösen Lebens einleiten, die religiöse Sehnsucht ist vorhanden und lechzt nach Befriedigung. Im Augenblick freilich macht sich in Deutschland und erst recht im übrigen Mittel- und in Osteuropa ein starker wirtschaftlicher Druck geltend. Die finanzielle Lage der jüdischen Gemeinden in Deutschland hat sich außerordentlich verschlechtert. Nicht nur, daß die ungeheure Zahl der Arbeitslosen, zumal solcher, die als Ausländer keine staatliche Unterstützung erhalten, ihren Etat schwer belastet — viele Steuerzahler, die bis vor kurzem wohlhabend waren, sind nicht in der Lage, die fälligen Abgaben zu entrichten, so daß große und einst gut fundierte Gemeinden selbst die notwendigsten Ausgaben nicht aus den laufenden Einnahmen bestreiten können und zur Aufnahme von Anleihen schreiten müssen. Es war für denPreußischenLandesverband jüdischer Gemeinden recht ungünstig, daß er seine Tätigkeit in einer Zeit beginnen mußte, in der die Eroßgemeinden, seine hauptsächlichsten finanziellen Stützen, nicht eben besonders leistungsfähig waren. Allein gerade unter schwierigen Verhältnissen bewährt sich der Segen des Zusammenschlusses. Nach langwierigen mühevollen Verhandlungen ist vom Preußischen Landtag erstmalig ein größerer Zuschuß bewilligt worden, vermittels dessen es möglich war, kleine und kleinste Gemeinden mit Religionsunterricht zu versorgen, Lehrern und Rabbinern ein angemessenes Mindesteinkommen sowie eine bescheidene Alters- und Reliktenversorgung zu sichern. Wenn die Vertreter der schlesischen Gemeindeverbände die Erklärung abgeben konnten, daß es in ihrem Bezirk kein als jüdisch bekanntes Kind gäbe, das nicht mit Religionsunterricht versorgt würde, so ist das eine anerkennenswerte Leistung. Dank der moralischen und finanziellen Unterstützung durch denLandesverband werden derartigeAufgaben weit wirksamer gefördert und die vorbildliche Organisation eines Landesteils auch auf andere übertragen werden können.

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