Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 25 (1923-1924)
- Article
- Literarische Jahresrevue
- Date
- 1923-01-01
- Page
- Seite 151 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Bibelforschung ist nicht erschöpft. Ich bin sogar der festen Ueberzeugung, daß sie, da die literarischen und Philologischen Vorstudien abgeschlossen zu sein scheinen, erst jetzt neue Wege betreten wird. Man wird in das innere Wesen dieses einzigartigen Schriftentums dringen und den reichen Schatz erschließen, der sich in ihm birgt. Ein nützliches Hilfswerk für die Bibelforschung bietet die Arbeit von A. Jirku, „Altorientalischer Kommentar zum Alten Testament" (A. Deichertsche Verlagsbuchhandlung. Leipzig). Die Ergebnisse der Assyriologie und der Aegyptologie, soweit sie Philologisch und historisch zur Aufhellung des biblischen Schrifttums beitragen, sind hier mit gründlichem Forscherfleiß übersichtlich dargestellt. In hebräischer Sprache ist erschienen. „Literarisch-historische Einleitung in die Heilige Schrift" von Simon Bernfeld, Band I und II (Verlag „Moriah", Jerusalem - Berlin). Eine archäologische Forschung, die verschiedene biblische Probleme behandelt, veröffentlichte H. Torczyner: „Die Bundeslade und die Anfänger der Religion Israels" (Philo-Verlag> Berlin). Die Studie verdient Beachtung, selbst wenn man nicht allen Schlußfolgerungen des Verfassers zustinimen will. Eine originelle Arbeit liegt in der Schrift: „Mose und seine Bedeutung für die israelitisch-jüdische Religionsgeschichte" (A. Deichertsche Verlagsbuchhandlung, Leipzig) von E. Sellin vor. Der Verfasser bietet hier eine Fülle von Hypothesen über das Leben Moses, dessen Beglaubigung er in den prophetischen Büchern Hosea, Deutero-Jesaja und Deutero-Sacharja zu finden meint. Eine eingehende Erörterung aller dieser Hypothesen ist hier unmöglich (ich verweise auf die Ausführungen in meiner oben genannten Einleitung Band I. Seite 388—403). Erwähnen möchte ich nur, daß die Hypothesen, Moses sei vor dem Einzug Israels in das Westjordanland umgebracht worden, bereits 151