Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 25 (1923-1924)
- Article
- Die Wirtschaftsethik der israelitischen Propheten
- Date
- 1923-01-01
- Page
- Seite 44 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/3111067-3111116-3118050--6461-3118109- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
trieben. Außer diesem Handelsbetrieb werden noch gelegentlich Handelszweige erwähnt, die gleichfalls in den Verhältnissen ihre Wurzel haben, ein Handel mit Lebensmitteln, Brotkorn und Fleisch bzw. Vieh. Die Kornhändler sind aus Am. 8, 5 f. bekannt, Händler mit Opfertieren begegnen uns Zach. 11, 5 (vgl. auch Ez. 36. 38), und naturgemäß auch ein Handel mit Immobilien, Häusern, Feldern und Weinbergen (Jer. 32, 15). Eines israelitischen Sklavenhandels wird in in der prophetischen Literatur nicht gedacht. Erstreckte sich dieser eben festgestellte Handelsbetrieb nun auch über Israels Grenzen hinaus, oder mit anderen Worten; gab es in prophetischer Zeit auch einen israelitischen Exporthandel? In Ez. 27, 17 werden eine .Reihe israelitischer Exportartikel genannt, die auf den Markt von Tyrus kommen: Minnithweizen, Oel, Wachs (?), Honig und Mastix. Damit ist ein Export israelitischerseits für die Zeit des Ezechiel, 6. Jh. festgestellt; sicher wird man solchen auch für frühere Jahrhunderte voraussetzen dürfen. In welcher Weise sich dieser Erport vollzogen, welchen Umfang er gehabt, ob es Beschränkungen der Ausfuhr, lokale oder zeitweilige, gegeben, ob ein Zoll auf Export und Import bestanden hat, alle diese an sich äußerst wichtigen Fragen müssen infolge fehlender direkter Quellenaussagen unbeantwortet bleiben. Anhangsweise seien hier der Vollständigkeit wegen noch zwei Gesichtspunkte erörtert. Bei Hosea (3, 2) begegnet uns eine Vereinigung von Naturalien- und Geldwirtschaft, indem der Prophet eine Frau kauft für 16 Sekel (ein Silbersekel ist ca. 2,50 M) und ein Chomer und ein Letek Gerste. Jeremias (32, 9) bezahlt einen Acker mit 17 Silbersekeln. Diese Münzen waren nicht unter behördlicher Aufsicht geprägt, sondern wurden auf der Geldwage dargewogen, (vgl. Am, 8, 5; Mich. 6, 10 f). Genaueres erfahren wir nicht. 44