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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1921-01-01 · 24 (1921-1922) · p. Seite 133

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
24 (1921-1922)
Article
Adolf Zellinek
Date
1921-01-01
Page
Seite 133 (sequence 12)
Language
German
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war, daß kein Sohar vorhanden war und Mose de Leon alles aus eigenem Kopf herausgeschrieben habe. Jellinek weist nun in seiner Schrift „Moses ben Schem—tob de Leon und sein Verhältnis zum Sohar" (Leipzig 1851) nach, daß diese Erzählung keine bloße Klatschgeschichte sein könne, sondern daß der Sohar in seinen Gedanken und Ausdeutungen mit einer von Mose de Leon in Druck vorliegenden Schrift merkwürdig übereinstimme, und daß der Anreiz zu mystischen Fälschungen in der Mentalität der damaligen Judenschaft, welche von schweren Katastrophen heimgesucht und nervös zerrüttet war, als begründet angesehen werden muß; er meint sogar, in Avila eine Genossenschaft zur Fälschung mystischer Schriften entdeckt zu haben. Diese Abhandlung über Mose de Leon zählt wissenschaftlich zu den besten und wirkungsvollsten unseres Autors. Die Beweise sind zwar nicht von absolutem Zwang, aber sie haben durchgeschlagen und in der jüdischen Gelehrtenwelt die Ueberzeugung gestärkt, daß das Grundbuch der Kabbala von Mose de Leon herrührt, daß er jedenfalls an der Fälschung mitbeteiligt gewesen. In den darauf folgenden „Beiträge zur Geschichte der Kabbala" (2 Hefte, Leipzig 1852) führt er zum Teil die in der vorigen Schrift besprochenen Belegstellen weiter aus, giebt literar-historische Einzelheiten von Wert und liefert Bausteine zu einer künftigen Geschichte der älteren Mystik, die freilich nachgeprüft werden müssen, da er Bruchstücke von Werken anführt, die aus der angeblichen Kabbalistenfamilie des Gaon Scherira herstammen sollen und sicherlich nur Fälschungen sind. An ähnlichen Uebelständen leiden die beiden Schriften „Auswahl kabbalistischer Mystik" (Erstes Heft Leipzig 1853) und „Philosophie und Kabbala" (Erstes Heft Leipzig 1864); es sind Vorarbeiten für eine Darstellung der Kabbala, Material, das aus Handschriften oder schwer erreichbaren Druckschriften der allgemeinen Benutzung zugeführt wird, aber mit dem Vorwurf eines systemlosen Dilettantismus belastet. Doch muß anerkannt werden, daß wir ihm interessante Aufschlüsse über die abenteuerlichen Lebensschicksale eines der einflußreichsten Kabbalisten, des Abraham

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