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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1921-01-01 · 24 (1921-1922) · p. Seite 121

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
24 (1921-1922)
Article
Dante und Manoello
Date
1921-01-01
Page
Seite 121 (sequence 32)
Language
German
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— 121 — der Nachahmung aufgedrückt zu haben, denn am Ende setzt er genau wie der italienische Dichter seinen Namen hin. Es wird nicht unangebracht sein, eine Probe aus beiden Dichtungen nebeneinander zu stellen: . . Immanuel, Strophe 7 und 41 Serventeseed.Rajna, Strophe 2,3 Ich bin Weber, ich bin SLneider, Ich verstehe wohl Ritter sein Ich bin Maurer, ich bin Gräber, Und auch Knappe und Schildhalter, Ich bin Wäger, ich bin Zähler, Als Händler auf Messen gehen. Und über Narren lache ich. Bin Wechsler und Wucherer, Ich bin Kenner der Masrra Und versteh auch zu denken. Und der Künste des Barbierens, Ich versteh, zu streiten und Advokat Mach die Lad' und ihren Deckel, sein. Kann Schilde machen und auch Kleriker sein und auch zu singen, Tartschen. Physik weih ich und auch Heilkunst Und versteh mich auf Spott und Gaukelei, Auch bin ich ein guter Schneider. Durch das ausdrückliche Geständnis des Verfassers, das wir zufällig nachprüfen können, gelingt es uns, das „christliche" Gedicht wiederzufinden, . das ihn angeregt hat, und wir gewinnen so den endgültigen Beweis für das, was als Ergebnis unserer Forschungen auch sonst sicher war, daß Immanuel, wie er häufig Begriffe und Ausdrücke, die der hebräischen Poesie eigentümlich sind, in italienischen Versen widergibt, so auch in seinen hebräischen Dichtungen sehr häufig Gedanken und Vorstellungen ausdrückt, die der italienischen Poesie zugehören. So sehen wir, wie die „Göttliche Komödie" einerseits, die Liebeslyrik Dantes und anderer gleichzeitiger Dichter, wie auch weniger wichtige italienische Dichtungen, andererseits auf Jinmanuels Kunst einen nachhaltigen Einfluß ausgeübt haben. Dieser Dichter bietet uns ein höchst bemerkenswertes Beispiel einer ebenso interessanten wie für die Kultur der Juden Italiens gegen Ende des Mittelalters und während der Renaissance bezeichnenden Erscheinung, daß so verschiedenartige Kulturelemente, wie das angenoinmene italienische und das ererbte jüdische, friedlich nebeneinander gehen und für lange Zeit miteinander sich vereinigen, ohne sich etwas zu nehmen. Im Gegenteil, sie ergänzen sich ständig zu einer schönen und bewundernswerten Harmonie.

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