Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 24 (1921-1922)
- Article
- Rückblick auf das Jahr 5680/81
- Date
- 1921-01-01
- Page
- Seite 13 (sequence 13)
- Language
- German
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13 kam, und mit dem verdienten Dank für den Schöpfer der Satzung: Dr. Jsmar Freund. Zu erhöhter Abwehrtätigkeit und steter Kampfbereitschaft sah sich auch der Zentralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens angesichts der giftigen antisemitischen Anfeindungen aufgerufen. Die Entartung, die Verlotterung der einfi ritterlichen Kampfesweise beschränkt sich eben nicht nur auf den Völkerkrieg. Auch in den inneren Parteikämpfen wird jetzt vielfach mit Hinterlist und Lüge, mit Verleumdung, mit Giftgasen und Stinkbomben operiert. Eine harte Abwehrarbeit solch feigen tückischen Angriffen gegenüber! DerZentralverein zeigte sich der Aufgabe gewachsen. An moralischer Unterstützung gebrach es ihm dabei nicht. Da nahm ein Reichsbund jüdischer Frontsoldaten den Kampf auf, nicht nur mit der Verleumdung, die sich gegen das Verhalten der Juden im Kriege richtete, den Kampf auch gegen innere Schäden, gegen die Beteiligung einzelner Juden am Wucher- und Schiebertum, an aufreizender Protzenhaftigkeit und Schlemmerei. Mit Genugtuung war überall eine ernste Einkehr und Besinnung auf sich selbst innerhalb der Judenheit zu erkennen, war eine gesteigerte- Teilnahme am jüdischen Religionsunterricht, am Unterricht in der hebräischen Sprache zu bemerken. Die regere Beteiligung der Juden am Handwerk und an der Landwirt-- schüft ist mit Befriedigung zu begrüßen und es sei anerkannt,, daß hierbei dem Zionismus ein Verdienst zukomm,t. Mit erhöhterGenugtuung konnten wirfernerbeobachten, wiecharaktervollekatholischeundevangelischeGeistlicheden lügnerischen Ausstreuungen von antisemitischer Seite überzeugungsstark und tapfer entgegentraten. Auf der Hauptversammlung des „Vereins zur Abwehr des Antisemitismus" in Nürnberg im vorigen Herbst begrüßte Bürgermeister Treu die Gäste im Namen der Stadt Nürnberg und meinte, im Interesse der Ehre unseres deutschen Volkes müsse der Antisemitismus ausgerottet werden! Ein warmherziges und tapferes Wort in: lieben Bayern, das jetzt vielfach die roheste Judenverfolgung nach russischen Rezepten betreibt. Ebenso scharf wandte sich der Abg.