Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 22 (1919)
- Article
- Literarische Jahresrevue
- Date
- 1919-01-01
- Page
- Seite 27 (sequence 10)
- Language
- German
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27 genommen. Es betitelt sich „Urkunden und Akten zur Geschichte der Juden in Wien", herausgegeben und eingeleitet von A. F. Pribram. Bis jetzt ist der erste Teil in zwei starken Bänden von insgesamt über 100 Druckbogen erschienen. Er enthält den allgemeinen Teil des Gesamtwerkes und umfaßt die Jahre 1526—1847 (1849). Schon der äußere Umsang zeigt die große Anlage dieses literarischen Unternehmens, von dem-sich die Geschichtsforschung viel versprechen darf. Das Material ist in der Hauptsache aus den Archiven geschöpft, das der Herausgeber mit erstaunlichem Fleiß gesammelt und gesichtet hat. Dem ersten Band geht eine ausführliche Einleitung voran, in der das Ganze geschichtlich beleuchtet wird, wenn auch mit diesem Werk keine zusammenhängende Geschichte der Juden in Wien oder in Niederösterreich beabsichtigt ist. Eine Erweiterung soll es in den Dokumenten finden, welche nicht die jüdische Gesamtheit, sondern einzelne Familien betreffen. Es ist aber zu wünschen und zu hoffen, daß auch die zahlreichen hebräischen gedruckten und ungedruckten Urkunden in einem besonderen Band zusammengestellt werden, wodurch dies monumentale Werk die wünschenswerte Vollständigkeit erhalten würde. Ebenfalls der Geschichte der Juden in Wien gehört ein anderes umfassendes Quellenwerk an, das wie das vorerwähnte von der Historischen Kommission der israelitischen Kultusgemeinde in Wien in der Sammlung. „Quellen und Forschungen zur Geschichte der Juden in Deutsch-Dsterreich" herausgegeben wurde: „Die Inschriften des alten Judenfriedhofes in Wien", bearbeitet von B,Wachstein (Bd. 1: 1540—1670 mit 202 Textabbildungen, 15 Tafeln und einem Friedhofsplan; Bd. 2r 1696—1783 mit 68 Textabbildungen und 24 Tafeln). Wer den Inhalt alter jüdischer Grabsteine kennt, weiß zur Genüge, welche wertvolle, wegen ihrer Zuverlässigkeit unschätzbare geschichtliche und kulturgeschichtlicheDokumente wir in ihnen haben. Diese Steine reden und wissen sehr viel Wissenswertes zu erzählen. Der Bearbeiter, dek dieses Material gründlich beherrscht, und sich auf diesem Gebiet vielfach bewährt hat, versteht die Sprache der