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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1918-01-01 · 21 (1918) · p. Seite 154

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
21 (1918)
Article
Dichterruhm
Date
1918-01-01
Page
Seite 154 (sequence 30)
Language
German
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„Jetzt? um die Stunde?" fragte er in ungläubig erschrecktem Tone. „Na, und wenn nun jetzt!" widersprach Frau Hermann beinahe ein bißchen unwillig. „S kann wohl keiner mal außer der Zeit ein bißchen müde sein? Das ist nicht anders bei jungen Frauen". Herr Salo schwieg, verstimmt und ein wenig verlegen. „Ja, mit jungen Frauen muß einer erst umzugehen lernen", sagte Frau Hermann, mehr zu Friede! gewandt. „Der da kann es noch gar nicht". 7. Kapitel. „Nur nicht wieder zu spät kommen!" dachte Friede! und hastete den Heimweg entlang. „Vielleicht steht es heute drin", dachte sie, und da fiel alles von ihr ab, was an fremdem Geschick sie eben so sehr erstaunt und gerührt hatte, und sie freute sich dem eigenen Schicksal entgegen. Denn das vollzog sich erst jetzt. Nicht etwa damals mit ihrer Verheiratung, wie ihre Schwestern glaubten. Die war ihr nun schon eine liebe Selbstverständlichkeit. Sie' hätte sich ihren Max nicht mehr aus ihrem Leben denkeu können, aber innerlich war sie dieselbe geblieben. Sie hatte daheim und hier ihre Pflicht getan, immer an der Stelle, an die man sie stellte, hatte anderen gehorcht, früher dem Chef, nun den Schwiegereltern und Max; jetzt erst ging die innere eigentliche Wandlung vor-sich, die Menschwerdung. Jetzt wußte sie, was sie selbst wollte. Nicht bei Kleinem, Alltäglichem Handlangerdienste tun, nein,. Großes, Außergewöhnliches selber schaffen. „Etwas für mich angekommen?" rief sie ihrem Manne, der in derLadentüre stand, unvorsichtig zu. „Ja, das hier", sagte er mit purpurrotem Gesicht, dem man nicht ansah, ob es zornig war oder nur maßlos verblüfft. Er packte einen Strauß, roter Rosen mit verächtlicher Derbheit und zeigte ihn Friede!, die zitternd drauf schaute. „Aus der Redaktion?!" dachte sie mit hochklopsendem Herzen. Feierte man so die Mitarbeiterin, von der man sich Großes versah? Alles Heil erwartete sie von dort. „Was?" fragte er verständnislos, und reichte ihr mit heftigem Griff das beigefügto

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