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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1918-01-01 · 21 (1918) · p. Seite 150

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
21 (1918)
Article
Dichterruhm
Date
1918-01-01
Page
Seite 150 (sequence 26)
Language
German
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„Hm?' machte Minnie. „Ich hatte nicht den Eindrucks als ob er Ihnen so wenig gefiel". Jetzt wandte sich aber' Friede! doch mit großen Augen zu der Sprecherin nebensich auf dem zierlichen Sofa. „Was soll denn das heißen?" fragte sie ganz verblüfft. Frau Hermann lachte gezwungen. „Machen Siedoch kein so verdonnertes Gesicht. Vielleicht können Siewirklich nichts dafür. Herr Leo ist eben leicht entflammt.. Er ist futsch von Ihnen und kennt keinen andern Wunsch,, als mit' Ihnen zusammenzusein". „So ein Esel!" polterte Friede!, blutrot vor Schrecks heraus, und Minnie atmete wie erleichtert auf. „Soll ich ihm das bestellen?" „Bestellen Sie ihm, was Sie wollen", zürnte Friede!- „Vor allem, daß er mich aus dem Spiele lassen soll".. „Friede! Böhm", sagte Minnie tonlos und dannstöhnend nach einer kleinen Weile: „Ich glaube, es gibt ein Unglück". Sie schlug die Hände vor das Gesichts und ein heftiges Weinen schüttelte sie. „Aber, mein Gott, was haben Sie denn nur?" riest Friede! erschreckt. „Was quält Sie denn nur so schreck-- lich?" Und nach einer kleinen, ratlosen Pause, zögernd,, angstvoll: „Lesser?" „Quatsch!" sagte Minnie grob, und Friede! atmete erleichtert aus. „Ja, ich habe mich über ihn geärgert, das gebe ich zu. Doch in den Tod lege ich mich nicht umihn. Aber ich kann es hier nicht aushalten. Ich weist, noch nicht, was, aber ich glaube, es gibt ein Unglück. Kommen Sie mir Nicht etwa mit dem Schützengraben",, schrie sie Friede! grundlos an. „Meiner Schwiegermutter Methode bei allem, über das man zu klagen hat. Denk' an die da draußen, was die zu leiden haben! Was hat denn das eine mit dem andern zu tun? Tausendmal beffer mitten in Kampf und Gefahr stehen als sich hierzu Tode langweilen". „Als Zerstreuung kann ich das Jndenkriegziehen nuw nicht gerade ansehen", sagte Friedet wie vor sich hin.- Sie hätte so gern gesagt: „Wenn Sie denn soviel über--

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