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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1918-01-01 · 21 (1918) · p. Seite 146

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
21 (1918)
Article
Dichterruhm
Date
1918-01-01
Page
Seite 146 (sequence 22)
Language
German
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— . 146 Friede! war, und daß diese Friede! morgen abend, wenn der Krotomischler Anzeiger erscheinen würde, allen furcht-, Lar imponieren, und daß dann keiner mehr Mit ihr schelten' würde. 6. Kapitel. So schnell kam es nicht.. Friede! erfuhr gleich bei ihrem ersten literarischen Erfolg, daß ein Autor nicht auf jedes Redakteurwort schwören soll. Nun also mußte man noch vier Tage warten — der Anzeiger erschien nur zweimal die Woche — vier lange Tage und vier lange Nächte, die man nicht schlafen konnte. Ach Gott, die gingen ja garnicht hin. Als nach vier Tagen wieder nichts in der Zeitung stand, war Friede! zuerst ganz fassungslos. Aber dann raffte sie sich auf. So ginI das nicht weiter.' „Väterchen, du mußtest viel Geduld mit mir haben die Tage. Ich war unglaublich dösig. Von heute an wird das anders". „DerMensch is keine Maschine nich" sagte er. „ Er kann auch nich immer wie er will". Der Mutter hätte sie so etwas nicht sagen können. Aber auch vor ihr nahm sie sich zusammen, wie sie nur konnte. Sie vergaß und verlegte nicht mehr so viel, wie all die Tage. Ein paarmal, in einer besonders vertraulichen Stunde, war sie nahe daran, ihrem Max ihr großes Geheimnis zu offenbaren. Um Gotteswillen nicht! Nur nicht schwach werden! Sich nicht um die Hauptwirkung bringen. Wie ihm wohl zu Mute würde, wenn er las, wie sie, die ganz junge Ehefrau, sich da in das Glück der Mutterschaft hineingeträumt, wie sie es mit aller Zartheit des Empfindens, mit allem Schmelz ünd Duft umwoben hatte. Und nicht eng hatte sie das weite Thema gefaßt. Von dem werdenden Glück im Mutterschoße war sie aus alles, was da an Gutem und Schönem wurde und zum Leben drängte im Mutterboden der Erde, im Menschenherzen, auf alles, was dem Frühling und dem Frieden entgegenblühte war sie gekommen in ihres Herzens Sehnsucht und der Sehnsucht der ganzen Welt. Was er wohl sagen würde, wenn er die Zeitung aufschlagen — aber

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