Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 21 (1918)
- Article
- Der Weltkrieg und die biblische Kulturmission
- Date
- 1918-01-01
- Page
- Seite 56 (sequence 1)
- Language
- German
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Der Weltkrieg und die biblische Kulturmission. Von vr. S. Jampel-Schwedt a. Oder. I. Biblische Kultur und Kulturbankrort. die Bibel in ihren Anfängen nicht die Geschichte eines Volkes, sondern die der Gesamtmenschheit erzählt und so zum ersten Male Universalgeschichte schreibt, so haben auch die Propheten Israels Völkerpropheten in sich gesehen und dementsprechend die sittliche Erziehung des ganzen Menschengeschlechts als das Ziel ihrer Berufung betrachtet. Abraham tritt eine Missionsreise an, damit „alle Familien der Erde durch ihn gesegnet werden", und Jsräel ist der sinaitischen Offenbarung gewürdigt worden, auf daß „es ein Reich von Priestern" für alle Völker werde. Auch durch die Propheten wird ihm stets dieser erhebende Gedanke ins Bewußtsein zurückgerufen: „Ich habe dich zum' Lichte der Völker gemacht, auf daß mein Heil reiche bis ans Ende der Erde" (Jes. 49, 6). Die Bibel sieht den Zweck ihrer Botschaft in der Förderung der ethischen Vervollkommung der Menschheit und schärft Israel überall den Gedanken ein,- daß die Völkermission den Zweck seines Daseins bedeutet. Da nun die gesamte zivilisierte Menschheit vermittels des Christentums wie des Islams unter dem Einflüsse der biblischen Weltanschauung steht, so sehen die Kulturgeschichtssorscher in unserer modernen Kultur.mit Recht das Kind oder wenigstens das Patenkind der Bibel. Diese Behauptung wird von jedem Bibelfreunde mit umso größerem Eifer verteidigt, je mehr er die Herrlichkeit der neuzeitlichen Kultur bewundert und vom Eindrücke