Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 20 (1917)
- Article
- Briefe von, an und über Mendelssohn
- Date
- 1917-01-01
- Page
- Seite 126 (sequence 42)
- Language
- German
- Belongs to
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126 Ihnen entgegen. — O, hätte ich doch Mendelssohn gekannt wie Sie, hätte ich Ihre Erfahrung in der Welt und Ihre Tätigkeit. Ich schickte Ihnen wahrlich statt dieses -ganzen aus dem Herzen fließenden Zurufs das Manuskript zum ersten Bogen. Mendelssohn wird auf diese Weise vollenden, was er angefangen hat. — Sie werden sein Leben fortleben, wenn Sie sich der Arbeit unterziehen. Glauben Sie, Ihres verstorbenen Freundes Seele hat sich Ihnen nicht vergeblich mitgeteilt. Im physischen lebt das Zerstörte noch immer in Nachkommen fort, warum nicht auch hier? — O, nützen Sie diesen Zeitpunkt, mit der Welt ein Wort zu reden. Sie hat ihre eigene Weise, und die Kraft der Lehre ihre Zeiten; geht diese vorüber, so wird ein Augenblick im Kampf mit Aberglauben, falscher Religion un.d falscher Philosophie versäumt, den unsere Augen nie wieder haben werden. — Ich habe noch nie Subscribenten gesammelt; für dieses Werk verspreche ich Ihnen meinen ganz unbeschränkten Beistand von der Seite, ich will alles tun, was ich in der Welt kann, doch eines solchen Beistandes bedarf ein solches Werk nicht. Lassen Sie sich doch ja dieses gesagt sein, denn wer in aller Welt will es tun, wenn Sie es nicht tun?" Der eben abgedruckte Brief gehört gleichfalls der Lessing'schen Sammlung an, ist aber in unserm Kataloge nicht wiederholt, da er in der angeführten Briefedition wörtlich zu finden ist. Versuchen wir nun den Gewinn zu Luchen, der für unsere Angelegenheit aus dem Lessing'schen -Katalog zu ziehen ist, so ist folgendes zu bemerken: Die über Mendelssohn handelnden Stellen in chronologischer Weise aneinandergereiht, lauten folgendermaßen (nur die zur Erklärung notwendigen Bemerkungen seien dem Abdruck hinzugefügt): 1) Christian G. Naumann an einen Ungenannten, 1. März 1756. Der Schreiber, 1720—1797, der mit Mendelssohn gut bekannt war, ist der „kleine Baußener Naumann",