Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 20 (1917)
- Article
- Briefe von, an und über Mendelssohn
- Date
- 1917-01-01
- Page
- Seite 92 (sequence 8)
- Language
- German
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92 Freilich haben die hier genannten Herren von Bismarck und Moltke mit dem großen Feldherrn und dem genialen Staatsmanns nichts zu tun. Herr von Bismarck ist gar nicht bekannt;' Graf Moltke ist ein junger Mann, dessen -Erzieher der in unfern, Briefe gleichfalls genannte Joh. Nicolaus Meinhardt, 1727—67, ist. Meinhardt, der eine kurze Zeit in Kopenhagen lebte, ist übrigens später nicht wieder nach Dänemark .zurückgekommen, sondern lebte die letzte Zeit in Erfurt und ging zuletzt nach Berlin, wo er gestorben ist. Jtzig ist jedenfalls der bekannte Mäzen I. D. Jtzig. 2. Feder 1769. I. G. H. Feder, 1740—1821, Philosoph, Professor in Göttingen, dann Direktor in Hannover, bei Kayserling unter den Bekannten Mendelssohns nicht genannt. Sein Werk „Logik und Metaphisik im 'Grundriß" erschien zuerst 1769, in vermehrter Auflage 1786, sein „Lehrbuch der praktischen Philosophie" wurde zuerst 1770, in vierter Ausgabe 1778 veröffentlicht. Über seine Beziehungen zu Mendelssohn hat Daniel Jacoby in meiner „Zeitschrift für die Geschichte der Juden 'in Deutschland", Band 4, Seite 369, gehandelt und am Schluffe bemerkt „vielleicht kommen Briese von ihm an Mendelssohn noch zum Vorschein". Sicher ist, daß beide 1773 in Pyrmont verkehrt haben und daß der jüdische Weltweise den Titel des Werkes des christlichen Philosophen „Untersuchungen über den menschlichen Willen" bestimmen half, das ursprünglich „Das menschliche Herz" betitelt werden sollte. Uber den persönlichen Verkehr berichtet Jacoby nach Feders Selbstbiographie In folgender Weise „Mendelssohn gewann Feders Vertrauen in solchem Grade, daß er sein religiöses Glaubensbekenntnis ganz offen gegen ihn ablegte und die Grundsätze. die er dabei im gemeinen Leben befolge -..." Als «inst ein wackerer Schulrektor die beiden Philosophen mit Fragen nach der metaphysischen Freiheit des Menschen befragte, fertigte ihn Mendelssohn schnell und zu Feders großem Vergnügen mit den Worten ab: „Ach! lassen