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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1917-01-01 · 20 (1917) · p. Seite 90

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
20 (1917)
Article
Briefe von, an und über Mendelssohn
Date
1917-01-01
Page
Seite 90 (sequence 6)
Language
German
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90 — dem Berliner bezeugte, geht aus einem Worte Gleims, geschrieben 1786, hervor, „Mendelssohn ist doch ein Mann Gottes". — „Die Fabeln", die Gleim in unserm Briefe erwähnt, waren zuerst 1756 erschienen; Mendelssohns Beurteilung des Werkes in der „Bibliothek der schönen Wissenschaften",' dritter Band, zweites Stück 1758. — Eine Antwort Mendelssohns auf unfern Brief ist nicht bekannt. Mein wertester Freund! Ich bin bei der Feilung meiner Fabeln und da lese ich die Kritik, die man in der Bibliothek der schönen Wissenschaften davon gemacht hat. Ich weiß nicht, waren Sie es selbst oder hört ich es von unserem Lessing, daß sie unser Moses gemacht hätte. Kurz, es wird gesagt, der Fabeldichter hätte von den 26 Stücken des 2. Buches nur etwa 18 Stück beibehalten sollen; und nun möcht ich wissen, welche die bösen 7 St. sind, die er ausgemerzet haben will. Seine Anmerkungen oder vielmehr sein Tadel ist mir so gründlich vorgekommen, daß ich recht böse auf mich selbst bin, wenn es mit der Besserung nicht fort will. Sagen Sie mir doch, mein liebster Freund, ich darf Sie so nennen, denn ich liebe Sie gewiß von ganzem Herzen der Hochachtung für Ihre Verdienste und für ihr Herz gemäß, mehr nicht, sagen Sie mir doch, ob das niedliche englische Liedchen, so wie ichs hierhersetzen werde, einigermaßen besser getroffen ist, als wie es in jener Kritik angeführet ist. An den Gott des Schlafs. Gott des Schlafs, laß dich erbitten Wenig nur von deinem Mohn Wollest du auf Chloe schütten Halb in Schlummer ist sie schon. Unter jenen Lorbeerbäumen Liegt sie, wo die Grille zirpt. Zeig ihr, Litt ich, den in Träumen Der für sie aus Liebe stirbt!

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