Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 20 (1917)
- Article
- Briefe von, an und über Mendelssohn
- Date
- 1917-01-01
- Page
- Seite 86 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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- IRI
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Mentioned entities
- Cicero 1× ep/1024888
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86 Ferner ein Brief an Willamov, den ich nach dem Original der König!. Bibliothek in Berlin in der Allgemeinen Zeitung des Judentums 1916, No. 39 habe abdrucken lassen. Hier mögen nur 2 bisher unbekannte Briese- Mendelssohns an Christian Garde folgen. Mer den Adressaten vergleiche die Bemerkung! zu II. 8). Zur Erklärung der hier folgenden Briefe ist nicht viel zu sagen. Aus Mendelssohns Plan, nach Schlesien zu reisen, wurde nichts. Garves Werk: „Cicero über die Pflichten" ist 1783 erschienen; in demselben Jahre wurde auch Mendelssohns berümhmtes Werk „Jerusalem" veröffentlicht. 1. An Garde. Teuerster Freund! Desto besser! Da ich das Vergnügen nicht haben kann, Sie in Schlesien zu finden, so verdrießt es mich um so viel weniger, daß meine geglaubte Reisegesellschaft so unschlüssig ist und dem Anscheine nach das Vorhaben aufgeben wird. Ich hatte mir von dieser Reise vieleK versprochen. Mancherlei Vergnügen, gute Wirkung auf meine Gesundheit und auch einigen Nutzen in Absicht auf meine Handlung. Indessen ist aufgeschoben nicht aufgehoben und ich speise mich vor der Hand so lange mit der Idee, bis, sich Gelegenheit findet, sie realisirenzu können. Denn für mich allein ist die Reise zu kostbar, Ich reise gern gemächlich und Sie wissen, waK dieses in einem ungemächlichen Lande kostet. , Ich lauere also und stehe auf den Zähen (!) Sobald jemand nach Schlesien gehet und einen Platz in seinem Wagen leer hat, bin ich bei der Hand. , Und Sie, mein teurer G., gehen nach L., um Ihren Cicero herauszugeben. Die Wahrheit zu gestehen, wenn Sie mich .gefragt hätten, würde ich Ihnen geraten haben, lieber nach Berlin zu kommen. Nicht aus Eigennutz, wie mancher denken könnte, um Ihres Umganges genießen zu können, 'sondern mehr um Ihretwillen. In L. leben gär zu viel eigentliche Gelehrte, Kunstrichter, Altertumsforscher. Sehr verehrungswürdige Männer,