Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 20 (1917)
- Article
- Judentum und Griechentum
- Date
- 1917-01-01
- Page
- Seite 69 (sequence 29)
- Language
- German
- Belongs to
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09 Schönheitsfreudigkeit — in allen diesen Variationen kehrt Las Thema vom Judentum und Griechentum wieder. Dem Problem der Versöhnung zwischen Judentum und -Griechentum, das einen Philo vor bald 2000 Jahren bewegte, begegnen wir in einem Drama aus unserer Zeit. Im „Kaiser und Galiläer" schildert Ibsen den Kampf der Antike mit dem Christentum, den Kamps des schönheits- und genußfrohen und nach Erkenntnis strebenden hellenischen Geistes mit dem jüdisch-christlichen Prinzip, das die Liebe, das Opfern und sich Hinopfern verherrlicht. Was Ibsen für die Zukunft ersehnt, läßt er im Drama der Magier Maximos aussprechen; er ersehnt das dritte Reich, das die beiden Reiche, das der Erkenntnis und Schönheitsfreudigkeit und das der Liebe, ablösen und zu einer höheren Einheit verschmelzen wird. Das Kapitel von Judentum und Griechentum erzählt, wie das Judentum empfangend und spendend durch Ne Weltkultur geschritten ist. Wer von der kulturellen Armut und Bedeutungslosigkeit des Judentums spricht, denke über dieses Kapitel nach, und er wird sein Vorurteil aufgeben müssen.