Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 20 (1917)
- Article
- Literarische Jahresrevue
- Date
- 1917-01-01
- Page
- Seite 32 (sequence 16)
- Language
- German
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- 32 — Zeit Jesu"; L. Cart 8iu3i st äaus 1' Arabie* petree". * * * Von derForschungder jüdischen Literaturgeschichte im letzten Jahr ist leider nicht viel zu berichten. Allerdings ist es nicht unmöglich, daß in Amerika Manches erschienen ist, das nicht zu meiner Kenntnis gelangte. IN der neuen Welt hat die Wissenschaft des Judentums in .den letzten Jahrzehnten eine dankenswerte. Bereicherung erfahren, und die Zeit, wo Deutschland auf diesem Gebiete tonangebend war, scheint vorläufig abgeschlossen. Ob es demnächst anders werden soll, läßt sich mit Bestimmtheit nicht sagen. Es soll aber bemerkt werden, daß in dem „Dollarland", wo angeblich der krasseste Materialismus herrscht, für Kunst, Literatur und Wissenschaft das edelste und großzügigste Mäzenat blüht. Man hört oft von Stiftungen und Schenkungen, von amerikanischen Freunden der Wissenschaft gemacht, die für unsere Verhältnisse fast unglaublich erscheinen. Dementsprechend zeigt auch alles in Amerika einen Zug ins Großartige. Diese Erscheinung ist dort im allgemeinen zu beobachten, und ich glaube, daß es wohl schon an der Zeit wäre, bei uns in Europa mit etwas weniger Uber- Hebung von dem in Amerika herrschenden Busineßgeist zu sprechen. Was die Pflege des Judentums betrifft, so sind wir unseren Glaubensgenossen jenseits des Ozeans die Anerkennung schuldig, daß sie unser altes geistiges Erbgut, die Liebe zur angestammten Religion, zur Sprache der Propheten und zu den literarischen Schöpfungen, getreulich wahren. Und so regt sich überall neues geistiges Leben, was der Wissenschaft des Judentums schon jetzt reichlich zu gute kommt und für die Zukunft noch viel mehr verspricht. Man könnte allerdings annehmen, daß somit nur alles in englische Sprache übersetzt würde, was bereits in der deutschen vorhanden sei. Dem ist aber nicht so; ebensowenig wie die Wissenschaft des Judentums in Deutschland bloß dasverarbeitet hat, was bereits in Italien und noch früher im arabischen Spanien vorhanden war.