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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1916-01-01 · 19 (1916) · p. Seite 95

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
19 (1916)
Article
Die Ehre im Talmud
Date
1916-01-01
Page
Seite 95 (sequence 9)
Language
German
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95 nach der Beschäftigung mit der Thora befragt (Sanhedr. 7 a). Bei dem etwaigen Hinweis aus die Armut, wird auf Hillel den I. verwiesen, der, zu arm, um dem Pförtner Len Eintrittspreis ins Lehrhaus zu zahlen, auf das Dach stieg, um dem Vortrag des Lehrers zu lauschen (Joma Z5b), wird die Vernachlässigung des Studiums durch Verpflichtungen entschuldigt, die der Reichtum auferlegt, wird an Elieser b. Charsurn erinnert, der unermeßliche Schätze besaß, dennoch Tag für Tag eine kleine Wegezehrung auf die Schulter nahm, von Ort zu Ort, von Stadt zu Stadt ging, um Thora zu lernen (Joma 35b). Hierzu kam die Drohung: Wer das Thorastudium wegen Reichtums vernachlässigt, wird verarmen, es der Armut wegen aufgeben müssend) Die Strafe tritt ein ״weil er das Wort Gottes verachtet hat" (Abot 4, 9 — 6,1, Sanh. 99a). Dennoch sahen es die Talmudlehrer bald ein, daß hiermit der Bogen zu straff gespannt sei, und man aus jene Rücksicht nehmen müsse, die dem Gelehrtenstande nicht angehören. Diesen gegenüber wurde mit der Forderung allmählich herabgegangen: es genüge, der Thora täglich eine kurze Zeit zu widmen. Man erklärte ferner: es genüge, sich einen Tag im Jahre mit der Thora zu beschäftigen. Man mußte der Zeit und den Verhältnissen Rechnungtragen und gab sich mit der eintägigen Beschäftigung der Thora zufrieden. Von den Unwissenden konnte auch das nicht gefordert werden, diese sollten der Thora dadurch Ehre erweisen, daß sie reiche Unterstützung jenen gewähren, die dem Thorastudium obliegen. Aus diese Art der Thoraehrung läßt uns so manche Erzählung '׳ schließen. König Achab regierte 22 Jahre, eine für einen dem Gesetze nicht ergebenen König lange Regierungszeit. Der Grund wird in dem Umstande gefunden, weil er die Thora ehrte (Sanh. 102 b), welche Ehrung Wohl darin ף Nur zwei Fälle unterbrechen das Thorastudium: die Begleitung der Toten und die der Bräute in das Trauhaus, aber auch nur dann, wenn es an Menschen fehlt, die den: Toten oder der Braut das Geleite geben (Ketubot 17 a).

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