Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 19 (1916)
- Article
- Die Ehre im Talmud
- Date
- 1916-01-01
- Page
- Seite 87 (sequence 1)
- Language
- German
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Die Ehre im Talmud. Von Rabbiner Dr. I. Stier. II. Teil. (Fortsetzung und Schluß aus dem Jahrgang 1914.) I. Die Ehre der Thora. «roße Aufmerksamkeit wenden Talmud und Midrasch der Thora׳ sowie der ihr gebührenden Ehre zu. Obgleich unter Thora der Pentateuch, oft dieser und jener Teil der Heiligen Schrift verstanden wird, wird doch schon im Talmud und Midrasch mit diesem Ausdruck die jüdische Wissenschaft im allgemeinen bezeichnet.ף Die ״Ehre der Thora" wird aus das ganze jüdische Schrifttum, wie auf die sich mit ihr beschäftigenden Männer übertragen. Auf das ganze Schrifttum, weil man es mit Recht als Erklärung, als notwendige Deutung des h. Schriftwortes ansah; auf die sich mit ihr Beschäftigenden, weil man in den Männern, die sich die Erforschung des Gesetzes zur Lebensaufgabe machten, doch nur die Thora ehrt. In der Ehre der Thora, die als Gottesbuch Verehrung heischt, war die Ehre der Wissenschaft mit inbegriffen. Man war der bestimmten Meinung, daß in der Thora ף Wo die Thora als solche, wo das spätere Schrifttum gemeint ist, ist für den Eingeweihten unschwer zu erkennen. Wenn die Frage ventiliert wird, ob die Thora rollenweise oder geschlossen gegeben wurde, d. h. ob Mose zur Zeit jeden Abschnitt aus Rollen geschrieben und die Rollen dann zusammengehestet hat, oder, ob die Thora am Ende der vierzig Jahre als ein Ganzes geschrieben und abgeschlossen, wurde (Gittin 60 8.), so ist zweifellos von der Thora, dem Pentateuch, die Rede.