Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 19 (1916)
- Article
- Israels Religion im Lichte der altorientalischen Geisteskultur
- Date
- 1916-01-01
- Page
- Seite 60 (sequence 1)
- Language
- German
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Israels Religion im Lichte der altorientalischen Geisteskultur. Ein Vortrag von Professor D. Dr. Max Löhr, Königsberg/Pr. mehr wir in die Geisteswelt des alten Babyloniens und Aegyptens eindringen, desto sicherer wird unsere Erkenntnis, daß auch Israels geistiges, insonderheit sein -religiöses Leben nicht ohne Berührung mit jener Geisteswelt geblieben ist. Das A. T. selbst scheint darauf hinzuweisen, wenn ihm Babel als die Urheimat aller Völker gilt, und „der Strom" nach seinem Sprachgebrauch nicht, wie man annehmen sollte, der Jordan, sondern der Euphrat ist. Abraham ferner kommt aus dem Zweistromland und Moses steht in nahen Beziehungen zum Pharaonenhofe. Dieses Zeugnis des A. T.'s empfängt durch die Profangeschichte-Israels und die Ausgrabungen, welche etwa seit einem Menschenalter in Palästina vorgenommen sind, eine gewisse Bestätigung. Kommt auch das, was der Spaten der Ausgräber zu Tage gebracht hat, vorwiegend.nur für die äußere Kultur in Betracht, und zwar zunächst mehr für die ägyptische als für die des Zweistromlandes, so sind doch die politischen Verbindungen Israels nach Ost und Süd ohne die gleichzeitige Aufnahme von assyrisch-babylonischen und ägyptischen Kultelementen von vornherein gar nicht denkbar, und in der Tat auch nachweisbar. Mit vollem Recht hat man darum erklärt, daß die Aufgabe, Israels religiöse Entwicklung auf dem Hintergründe der vorderasia-