Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 19 (1916)
- Article
- Literarische Jahresrevue
- Date
- 1916-01-01
- Page
- Seite 53 (sequence 36)
- Language
- German
- Belongs to
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53 durchforscht wurden, hat man ungefähr den Eindruck, als ob man mit geringfügigen mathematischen Kenntnissen die Bewegung der Himmelskörper erfassen und erklären wollte. Zu dieser Frage nimmt jetzt auch E. König in seiner Schrift „Hebräische Rythmik" das Wort. Es ist nicht hoch genug anzuschlagen, daß er in der Behandlung dieser .wichtigen Frage äußerst behutsam und vorsichtig vorgeht; -er glaubt nicht, jeden „glänzenden" Einfall als Tatsache hinstellen zu müssen, auf dem weitere Hypothesen gebaut werden dürfen. Was er vom Reim und von der Silbengualität in der biblischen Poesie sagt, ist durchaus zutreffend. Die älteren hebräischen Grammatiker kennen auch nicht den Unterschied zwischen langen und kurzen Vokalen — dieser rührt von David Kimchi im 13. Jahrhundert her. Die klassische hebräische Poesie des Mittelalters benützt alle Vokale als gleichwertig, während sie die Halbvokale (Schewa mobile und chataf) als Kürzen behandelt. Diese Regeln sind der biblischen Poesie durchaus fremd. Was König von den betonten Silben sagt, bedarf einer Nachprüfung, wobei der Deklamationswert der Akzente in erster Reihe berücksichtigt werden müßte. Aber gerade da sind wir noch sehr weit vom Ziele. Jedenfalls kann man ihm nur zustimmen, wenn -er sich gegen die verschiedenen, einander oft diametral widersprechenden Hypothesen ablehnend verhält. — In der „Sammlung Göschen" ist der 1. Teil einer neuen „Hebräischen Grammatik" von G. Beer erschienen, und E. Kautzsch' „Uebungsbuch zur hebräischen Grammatik Don Gesenius-Kautzsch", das seit vielen Jahren an den Universitäten Anfängern gute Dienste leistet, liegt in 7. Auflage (besorgt von F. O. Kramer) vor. Das altbewährte „Hebräische und aramäische Handwörterbuch über das Alte Testament", das pietätvoll noch immer den Namen seines Begründers Wilhelm Oesenius trägt, hat F. Buhl in 16. Auflage herausgegeben. Es ist dies die fünfte Auflage, die von diesem verdienten dänischen Forscher besorgt wurde und ihm -gebührt die Anerkennung, daß er dieses weitverbreitete