Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 19 (1916)
- Article
- Literarische Jahresrevue
- Date
- 1916-01-01
- Page
- Seite 46 (sequence 29)
- Language
- German
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46 Gegenstand tiefdringende Arbeit, die sich in erster Reihe mit der Sicherung des Textes befaßt. Aber auch die Erörterungen über den Ursprung des merkwürdigen Buches sind beachtenswert, weil der Verfasser in ihnen «nen gesunden kritischen Sinn bekundet und eine Methode anwendet, die auch für die Bibelsorschung zu empfehlen wäre. Insbesondere ist seine Polemik gegen die hyperkritische Scheinwissenschast, die die ganze Bibel auf die babylonische Astrologie aufbauen möchte, durchaus zutreffend. Es ist auch gewiß an der Zeit, daß dagegen entschieden Verwahrung eingelegt wird, daß, wie der Verfasser sich ausdrückt, „die harmloseste Erzählung in der Bibel nicht mehr sicher ist, von einer gewissen Schule als verkappter Sonnen-, Mond- oder Jstarmythus angesprochen zu werden". — Einer jüngeren, aber in der Religionsgeschichte bedeutsameren literarischen Epoche gilt die Studie: „Jüdisch-christlicher Schulbetrieb in Alexandrien und Rom" von W. Bousset. >Ein großer Teil dieses Buches umfaßt eine gediegene Forschung über Philo und seine eigenartige Deutung der mosaischen Bücher, des erzählenden wie des gesetzlichen Teils. Bei dem großen Einfluß, den Philos allegorisierende und ethisierende Auslegung des heiligen Buches auf die Kirchenväter und die altchristliche Literatur überhaupt ausgeübt hat, sind die Untersuchungen des Verfassers sehr bedeutend. Da Philo zweifellos mit der palästinischen Agada in Berührung steht — die vielfachen Beziehungen sind längst nachgewiesen — so gewinnen wir durch eine genaue Kenntnis der philonischen Gedankenwelt das Verständnis für die ältere christliche Homilienliteratur, soweit sie sich von der Agada befruchtet zeigt. Das vorliegende Buch gehört zu den besten in der Philosorschung. Gehen wir nunmehr zu der ganz auf jüdischem Boden stehenden Literatur über, so ist. auf diesem Gebiete eine Arbeit von L. A. Rosenthal: „Der Rahmen der Mischna. Die jüngste Mischnaquelle" zu erwähnen. Von der Mischnaausgahe, die bei H- Jtzkowski erscheint, liegen die Lieferungen 54—56 vor. Den Traktat