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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1916-01-01 · 19 (1916) · p. Seite 43

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
19 (1916)
Article
Literarische Jahresrevue
Date
1916-01-01
Page
Seite 43 (sequence 26)
Language
German
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43 Das hat sich Abraham Geiger selbst zuzuschreiben, da er ein Mann der freien Forschung und Bannerträger der Reform im Judentum war. Ueber Geiger kann man überhaupt nicht mit wenigen Worten urteilen, da er als zweiundzwanzigjähriger Jüngling ins öffentliche Leben und in die Wissenschaft des Judentums getreten ist und> während der vier Jahrzehnte, in denen er immer in vorderster Reihe gewirkt, verschiedene Wandlungen durchgemacht hat. Eine wissenschaftliche, objektive Biographie Geigers besitzen wir noch nicht; es fehlt uns ja auch, vieles Andere. Aber deshalb braucht er in einem geschichtlichen Kompendium für die reifere Schuljugend nicht gemißhandelt zu werden. Von seinen Forschungen ist Vieles vorhanden, das selbst streng orthodoxen „Geschichtsschreibern" Achtung einflößen kann. Daß Geiger, wie in diesem Buche zu lesen ist, bei der Gründung des theologischen Seminars zu Breslau keinen Lehrstuhl erhalten hat — dies zu wissen bringt der reiferen Schuljugend keinen Nutzen. Im übrigen beweist dieser Vorfall nichts gegen Geiger, da auch Zunz, Steinschneider und anderen verdienten Gelehrten nicht das Glück einer solchen Berufung zu Teil geworden ist. Es haben ja, was nicht geleugnet werden soll, zuweilen auch Gelehrte von Bedeutung an Rabbinerbildungsschulen gewirkt; dies aber zum Kriterium für die Tüchtigkeit von jüdischen Gelehrten zu machen, erscheint mir recht bedenklich. In einem ernst wissenschaftlichen Geschichtsbuch wären solche Entgleisungen recht bedauerlich; in diesem Buch aber wirken sie überaus schädlich. Der Tadel, den man nicht scharf genug fassen kann, gilt aber nicht dem Verfasser, der vielleicht sein Buch bei der Herausgabe einer genauen Revision unterzogen hätte, sondern den Herausgebern, die 'ihrem verstorbenen Freund mit der Drucklegung seiner übereilt geschriebenen Geschichte wahrlich keinen guten Dienst geleistet haben. Von geschichtlichen Arbeiten des letzten Jahres mögen noch hier Erwähnung finden: „History of the Hebrews“ von F. K. Sanders; „The Relations betweer, the

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