Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 19 (1916)
- Article
- Literarische Jahresrevue
- Date
- 1916-01-01
- Page
- Seite 41 (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
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Mt einem wichtigen Teil des Gesellschaftslebens der/Juden in Palästina befaßt sich die Forschung „Das Ehe- und Familienrecht der Hebräer" von A. Eberharter (erschienen in der von I. Nikel herausgegebenen Sammlung: „Alttestamentliche Abhandlungen"). Der Verfasser behandelt das Thema auf Grund des vorhandenen Materials erschöpfend, indem er alle gesetzlichen Bestimmungen und Formen der Eheschließung bei den Juden, das Familienrecht, die soziale Stellung der Frau usw. übersichtlich schildert. Da er vom Gesichtspunkt ausgeht, daß das jüdische Ehe- und Familienrecht eine Erscheinung für sich sei und nicht evolutionistisch erforscht werden könne, so verbindet er mit dieser Arbeit eine umfassende ethnologische Studie, die jedenfalls Beachtung verdient. Die Schrift ist ein wertvoller Beitrag zur Geschichte des Gesellschaftslebens im alten Orient. Unter dem Titel „Geschichte der Juden" ist von H. Kottek (der Verfasser ist vor einigen Monaten aus dem Leben geschieden) eine kurz gefaßte jüdische Geschichte erschienen, die mit dem Zeitalter des babylonischen Exils beginnt und bis zur Gegenwart fortgeführt ist. An solche geschichtliche Kompendien, die für die reifere Schuljugend und vielleicht auch für manche erwachsene Laienleser bestimmt sind, darf man in wissenschaftlicher Beziehung keine hohen Ansprüche stellen. Das würde auch von dem vorliegenden Buch gelten, wenn ihm nicht die Herausgeber (der Vorstand der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft in Frankfurt a. M.)^pretentiös die Geleitworte vorausgeschickt hätten, daß es die Forschungen I. Halevys, die in hebräischer Sprache erschienen sind, weiteren Kreisen zugänglich machen sollte, lieber die Forschungen Halevys selbst, deren Wert ich nicht herabsetzen will, braucht hier nicht gesprochen zu werden. Aber in dieser neuen Geschichte der Juden ist davon nicht viel zu sehen, was auch von dieser Darstellung nicht erwartet werden darf. Schließlich hätte man sich damit abfinden können, daß die kleineren geschichtlichen Werke von Cassel, Baeck, Brann usw. um ein neues vermehrt worden sind, das auf Leser in konservativen Kreisen rechnen darf. Aber die vor-