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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1916-01-01 · 19 (1916) · p. Seite 39

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
19 (1916)
Article
Literarische Jahresrevue
Date
1916-01-01
Page
Seite 39 (sequence 22)
Language
German
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lichen Darstellung gegeben. Aber bei uns hängt so vieles vom Zufall ab, und gerade dasjenige, was am Notwendigsten erscheint, läßt auf sich vergeblich warten. Auch die Wissenschaft des! Judentums hat ihre Geschichte, die jetzt die Zeit von etwa einem Jahrhundert umfaßt. Und wenn diese Geschichte dereinst geschrieben werden soll — ein solches Unternehmen wäre immerhin durchführbar — so dürfte in ihr nicht das schmerzensreiche Kapitel von den äußeren Hindernissen und Unzulänglichkeiten fehlen, mit denen die Wissenschaft des Judentums von ihrem Beginn an unausgesetzt zu kämpfen hatte. Es muß sogar leider angenommen werden, daß in der nächsten Zeit unsere Kulturaufgaben noch mehr leiden werden. Trotzdem blicken wir auch in dieser Beziehung vertrauensvoll in die Zukunft. Erinnern wir uns an die Jahre 1648—49, an jene Zeit, als sich über die jüdischen Gemeinden in Polen die Kosakenverfolgungen mit allen ihren Drangsalen ergossen und ungeheuer viele Opfer forderten. Unsere Zeit hat mit jenen Tagen große Ähnlichkeit. Aus derselben Quelle stammen auch die Leiden, mit denen Hunderte von jüdischen Gemeinden im Osten heimgesucht worden sind. Und doch ging das jüdische Volk auch aus jenen Drangsalen ungebrochen hervor, wenn sich auch für jene Zeit zweifellos eine räumliche Verschiebung in der jüdischen Ansiedlung Osteuropas Nachweisen läßt. Neue große jüdische Gemeinden sind anderswo entstanden. Dasselbe läßt sich mit großer Sicherheit auch für die nächste Zukunft erwarten, und höchst wahrscheinlich wird sich bald nach Amerika und Südafrika ein Strom von jüdischen Auswanderern ergießen. Schon jetzt blüht in jenen Weltteilen jüdisches Leben, und auch die Wissenschaft des Judentums wird dort mit reichen materiellen und geistigen Mitteln gepflegt. Was die jüdischen Ansiedlungen jenseits des Ozeans, die einen immer großartigeren Charakter annehmen, für die Zukunft des Judentums bedeuten, läßt sich noch gar nicht übersehen. Von den Erscheinungen des letzten Berichtsjahres sei zunächst auf ein vorzügliches Buch hingewiesen: „Die

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