Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 18 (1915)
- Article
- Die Eisenbergers
- Date
- 1915-01-01
- Page
- Seite 256 (sequence 65)
- Language
- German
- Belongs to
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- 256 unserem Abiturium, meine Großeltern, Papas Eltern, die in der Nähe des Bergwerks wohnen. Wir besichtigten bei dieser Gelegenheit die Werke, Hütten, Zechen, Schächte, die überall in der Umgegend liegen und Schlesien zu. einem so imposanten Jndustriebezierke machen. Auch in den Arbeiterkolonien zogen wir umher, und all dies hat ihm wohl die ersten Anregungen gegeben und war Bei: der Wahl seiner Studien von entscheidender Bedeutung". „Das erklärt, daß er, ein junger Aristokrat, einem, so mühevollen Beruf sich zuwendete", 'sagte Herr von Rothschild . . ." „Und mit welchem Eifer und Ernst! Was damals, auf Augenblicke, wie ein nachdenklicher trüber Schatten, den Jugendmut verdunkelte, mit dem er diese Stätten schwerster Arbeit, kärglichen Brotes, und weder Gefahr noch Tod scheuender Mühseligkeiten durchstreifte, hatte sich ausgereift und vertieft zu Erkenntnissen, die soziale und ethische Anschauungen von hoher Bedeutung in ihm weckten". „Es ist erfreulich, dies von Ihnen zu hören, lieber Vetter, und es gereicht Ihnen beiden zur Ehre, daß Sie so begeistert von Ihrem Freunde sprechen". — „Ich wünschte. Sie hätten Gelegenheit, Arnulf von Rettlinghausen näher kennen zu lernen, als es dieser Festestrubel gestattete. Und ich hoffe, daß dies nochmöglich wird. Mein Vater sagte mir, daß Sie ihn morgen nach Schlesien begleiten wollen, um die Flora- Hütte und die Jndustriebezirke da unten aus eigener Anschauung kennen zu lernen . . ." „Das habe ich in der Tat vor ..." „Es wird sich dann sicherlich die Möglichkeit ergeben, von Rettlinghausen näher zu treten und ich bin überzeugt, daß Sie, Herr Generalkonsul, meine Begeisterung begreifen werden". „Also, dann auf morgen, lieber Vetter. Sie begleiten uns doch hoffentlich auf unserer Fahrt nach dem schlesischen Werken ..." „Selbstverständlich, Herr Generalkonsul, das würde ich mir nicht nehmen lassen ..." -