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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1915-01-01 · 18 (1915) · p. Seite 208

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
18 (1915)
Article
Die Eisenbergers
Date
1915-01-01
Page
Seite 208 (sequence 17)
Language
German
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208 „Verdient? Wieso verdient?" „Und werden noch viel mehr verdienen!" „For meintwegen . . sagte EisenLerger etwas pikiert. „Und die andern auch. Ihr alle, alle!" „Ich wüßt' nich wie so, wenn schon Leib und Jainkew . . . was sagst Du dazu, Sarah, mein Weib?" „Was ich sag'? Ich sag', was mein Sohn sagt, wird schon das Richtige sein . . „Ja, Mutter, das ist es! Denn da draußen werden, sich bald große Arbeitsstätten erheben, Bergwerke. Hütten, Hochöfen, Kohlengruben, so wie überall in hiesiger Gegend, und Arbeiterscharen werden dort ihr täglich Brot erwerben, Hunderte, Tausende, wie ringsum. Und die Bedürfnisse dieser Leute werden der Goldstrom sein, der sich hierher ergießen wird in die benachbarte Gasse, in der euer Laden liegt, und ihr und alle andern werden viel verdienen an dem, was hier gebraucht werden wird. In naher Zukunft. Arbeiterwohnungen werden gebaut werden, hübsche Häuschen mit Gärtchen davor, wie in Borsigwerk, und gute, komfortable Wohnungen für die Direktoren und die Bevollmächtigten und für die administrative Beamtenschaft, und Laboratorien und Büros und . . . verstehst Du jetzt Vater, was ich mit der Goldgrube meine. . ." „Alles nich, was Du als geredt hast, von komfirmabel, und die Administerien, und von de Laboratoren . .. und die Goldgrube?! Me kommt das zu dem?" „Der Betrieb, den wir hier eröffnen, die Schätze, die wir hier heben werden, sind die Goldgrube für euch alle, für uns alle!" „Omein! Dein Wort in Gott's Ohren!" sagte der Vater, und die Mutter war zu ihm getreten und legte ihre Hände segnend auf sein Haupt. Beide waren von dem Enthusiasmus ihres Kindes sortgerissen, und erst nach einer Weile wortlosen Staunens sprach Joses Eisenberger in tiefer Rührung: „Es is doch ä gebenschter Mensch, unser Sohn!"

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