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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1915-01-01 · 18 (1915) · p. Seite 206

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
18 (1915)
Article
Die Eisenbergers
Date
1915-01-01
Page
Seite 206 (sequence 15)
Language
German
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206 hatte das zu bedeuten? Er ließ sitz nicht lange im Zweifel und fügte siegessicher hinzu: „Vater, ich lasse hier bei uns muten. Unsere Bank hat die ganzen Terrains rundum an gekauft, bis nach Laurahütte und Antonienhütte und noch weiter hinaus, dürres Ackerland, aber wir werden nach Kohlen und Eisen dort schürfen." „Er gebt keine Ruh'", wendete sich der alte Eisenberger, halb belustigt, halb beunruhigt, zu der staunend zuhörenden Mutter, „er gebt keine Ruh', schon als Junge hat er immer von Kohlen und Eisen gephantasiert und jetzt is er so weit. Muten lassen wer'n se dort, ob se was finden wer'n? ..." „Wir wollen's hoffen, lieber Vater. Warum auch gerade nicht hier bei uns, nachdem die ganze Gegend als eine Goldgrube sich erwiesen . . ." „Gott soll mich bewahren, Gold wollen se gar graben, wie in Kalifornium! Was fällt Dir ein, Martin, mein Sohn? Bist Du nicht zufrieden mit allem, was Gott Dir gegeben hat? A großer Mann bist Du geworden, ä Bankdirektor, ä Cummerzienrat, ä guten Schiddech hast Du gemacht, ä gesunden Sohn hast de und jetzt willst De gar ä Goldgrube anlegen, hier aus die Felder, bei dem Haus, wo Deine Eltern haben verkauft Kaffee und Zichorie und Zucker und Mehl und . .. und . . ." „Aber, Vater, die Terrains liegen doch nicht hier unmittelbar bei unserm Häuschen, bei unserer alten Judengasse . . . weit draußen sind sie, nach Antonienhütte zu, aber das Gold wird von dort aus sich im breiten Strom auch nach hierher ergießen ..." „Schon wieder das Gold . . .", rief er seiner Frau zu, „der reine Meschuggas! . . ." „Laß ihn reden, Josef, was unser Martin sagt, is nich meschugge und war nie meschugge und wird nie meschugge sein . . „Ich danke Dir, Mutter, für Dein gutes Zutrauen, es wird nicht zuschanden werden." „Hör' mich nur ruhig an, lieber Vater, und Du

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