Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 18 (1915)
- Article
- Die Eisenbergers
- Date
- 1915-01-01
- Page
- Seite 192 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Die Eisenbergers. Erzählung von Ulla Wolff-Frank (Ulrich Frank). ^EH,uf der grünen Bank, rechts von der Eingangstür des Hauses, zu der vier ausgetretene Steinstufen emporführten, saß Herr Josef Eisenberger und seine getreue Ehehälfte Sarah. Sie genossen die Ruhe und den Frieden eines behaglichen Rentnerlebens, angesehen in der Gemeinde, zu deren Vorstand er gehörte, während seine Frau in dem Wöchnerinnenverein und der Armenpflege bekowoder, verschämter Armen mit Güte und Eifer waltete. Es waren liebe, alte Leute, einfach und bescheiden, in dem Besitz eines ausreichenden Vermögens, um sich zur Ruhe setzen zu können. Freilich hatten sie beide wacker geschafft und gearbeitet, um dies zu erreichen. Von früh- bis spät in dem gut geleiteten Geschäft tätig, in dem alles zu haben war, was es an Notwendigkeiten gab zum Gebrauch für das menschliche Leben, soweit es sich auf seine äußerlichen Bedürfnisse bezog. Für gutes Geld konnte da jedermann im Örtchen erstehen, was er brauchte, ehrliche, reelle Ware. Auf Josef Eisenberger war ein „Verlaß", und wenn er die Stoffe mit der Elle abmaß, so gabs immer noch ein Endchen zu, und beim Gewicht konnte auch die schärfste Ausspäherin kein Manko entdecken. Frau Sarah nahm die Zahlung entgegen, gewissenhaft und achtsam. Darüber war ganz Peiskretscham einig. Christen und Juden. Und für die kleinen Kinder, die an Mutters Schürze hingen, wenn diese zum