Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 18 (1915)
- Article
- Heinrich Laube und die Juden
- Date
- 1915-01-01
- Page
- Seite 151 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Heinrich Laube und die Juden. Von Ludwig Geiger. ^Weinrich Laube ist mit manchem Juden bekannt gewesen. Schon als Knabe genoß er Freitische in einigen jüdischen Häusern. Ueber einen dieser schreibt er folgendes*): (9, 263) „Montags aß ich bei einem jüdischen Destillateur, dessen Sohn mein warmer Freund geworden, und ich kriege immer zerkochtes rotes Rindfleisch mit roten Rüben. Beides garnicht nach meinem Geschmacke. Aber ich ging gern hin, ein Vorurteil gegen Juden habe ich nie gehabt, die'Leute waren so gut, und in die Innigkeit einer jüdischen Familie wurde ich gleichsam ausgenommen. Die Armut hat ihre Vorzüge: sie wurde lehrreich für mich." Als Student trieb er bei dem später so bekannt gewordenen Orientalisten Julius Fürst hebräische Studien, brachte es freilich darin nicht sehr weit, denn er bekannte (8, 39), er könne nicht einmal jüdische Firmenschilder lesen, „weil in ihnen die Vokalzeichen oben und unten *) Alle folgenden Zitate sind entnommen der Sammlung: „Heinrich Laubes ausgewählte Werke" in 10 Bänden, herausgegeben von H. H. Houben, Leipzig, Max Hesses Verlag, o. I., erschienen 1906. Für die Bemerkungen über Mitglieder des deutschen Parlaments ist Laubes Werk „Das erste deutsche Parlament, 1849" in Band 36—38 von „Heinrich Laubes gesammelten Werken in 50 Bänden", unter Mitwirkung von Albert Hänel, herausgegeben von H. H. Houben, Leipzig 1908 f. zugrunde gelegt. Die besonders besprochene Novelle „Rüben" aus dem Jahre 1885 steht in Band 48 der letztgenannten Ausgabe. Der ausführlich gewürdigte Roman: „Die Krieger" in Band 2 dieser Ausgabe. Die meisten Stellen Laubes stehen in seinen Erinnerungen, manche in seinen theatergeschichtlichen Werken, einzelnes Wenige in den Vorreden zu verschiedenen Dramen.