Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 18 (1915)
- Article
- Literarische Jahresrevue
- Date
- 1915-01-01
- Page
- Seite 45 (sequence 31)
- Language
- German
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45 Von der Sammlung „Das Land der Bibel", gemeinverständliche Hefte zur Palästinakunde, herausgegeben von G Hölscher, sind die Hefte 1—3 erschienen (1. V. Schwö Bel, „Die Landesnatur Palästinas", 1. Tl.; 2. O. Procksch, „Die Völker Altpalästinas": 3. V. Schwöbel, „Die Landesnatur Palästinas" 2. Tl). A. Friedmann veröffentlichte „Beiträge zur chemischen und physikalischen Untersuchung der Thermen Palästinas". „Heiliges Land" betitelt sich eine Sammlung von 162 biblischen Bildern nach Naturaufnahmen. Eine größere gediegene Arbeit lieferte C. Nawr atz ki in seinem an wertvollem Material reichen Buch „Die jüdische Kolonisation Palästinas". Zum ersten Mal wurde es hier unternommen, das neuere jüdische Ansiedlungswerk in Palästina, das auf eine Geschichte von mehr als 30 Jahren zurückblicken kann, auf seiner wirtschaftlichen Grundlage darzustellen. Dieses Werk wird auch in solchen Kreisen große Beachtung finden, in denen man die Kolonisation Palästinas durch Juden nicht vom jüdisch - nationalen Standpunkt aus zu beurteilen geneigt ist, wie es auch ein schätzenswerter Beitrag zur Wirtschaftsgeschichte im allgemeinen ist. — Im Anschluß daran mag noch eine kleinere Schrift „Zionistische Kolonisationspolitik" von A. R u p p i n genannt werden. Auf eine geistvolle und fesselnd gehaltene Schrift von K. Kautsky „Rasse und Judentum" möchte ich besonders Hinweisen und ihre Lektüre jedem gebildeten Leser dringend empfehlen. Kautsky, dessen wissenschaftliche Vielseitigkeit geradezu erstaunlich ist, und der ein sprödes wissenschaftliches Thema bei aller Gediegenheit mit publizistischer Lebhaftigkeit zu behandeln weiß, geht der albernen Rassensexerei, mit der in den letzten Jahren ein frivoles oder oft sogar verbrecherisches Spiel getrieben wurde, gründlich zu Leibe. Er zerpflückt und zerfasert sie, daß an ihr nichts bleibt als ihre Hohlheit und Lächerlichkeit. Es ist eine Freude, zu sehen, wie er den „wissenschaftlichen" Aufputz aller Raffentheoretiker, die „glauben, die Gesetze des Zuchtstalles seien die allgemeinen Gesetze der Natur und der menschlichen Geschichte",