Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 18 (1915)
- Article
- Literarische Jahresrevue
- Date
- 1915-01-01
- Page
- Seite 23 (sequence 9)
- Language
- German
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23 Redaktor"), vor sich etwa 20 Schriften hatte, aus denen er die einundzwanzigste zusammenstoppelte. Ich sage ausdrücklich „zusammenstoppelte", denn nach der Darstellung der radikalen Pentateuchkritik ist unser Text nicht das Produkt eines mit literarischen Hilfsmitteln arbeitenden Schriftstellers, sondern eine plan- und sinnlose Kompilation, wobei der Verfasser mitunter in einem Vers jeder Vorlage irgend ein Wort oder den Bruchteil eines Satzes entnahm. Gegen diese kritischen Uebertreibungen regt sich seit einiger Zeit in Fachkreisen entschiedener Widerspruch. Deutsche, englische und holländische Gelehrte haben sich zu einem Kampf gegen die bibelkritischen Uebertreibungen vereinigt. Es mag dabei in Erinnerung gebracht werden, daß der bekannte deutsche Bibelforscher Kei l noch vor einem halben Jahrhundert vor dieser Methode der Quellenkritik gewarnt hat. Nun braucht man allerdings nicht mit deren Auswüchsen jede kritische Untersuchung selbst zu verwerfen. E. König, der im ganzen auf dem Boden der modernen Pentateuchkritik steht, unterninunt in seiner Schrift eine Auseinandersetzung mit deren neuesten Gegnern. Sein Buch hat den Vorzug, daß es gemeinverständlich gehalten ist und so dem Leser das Verständnis der in Betracht kommenden Streitfrage erleichtert. Der Bekämpfung der hyperkritischen Behandlung des Pentateuchs, von der oben die Rede war, ist eine Schrift des H. M. Wiener gewidmet „Wie steht's um den Pentateuch?" (Aus dem Englischen ins Deutsche übersetzt von I. Dahse). Der Verfasser, ein Jurist und kein Theologe, beschäftigt sich vornehmlich mit dem gesetzgeberischen Teil der mosaischen Bücher, um dann im Ganzen zu einer entschiedenen Verwerfung der literarischen Quellenkritik zu gelangen. Auch diese Erörterungen, die oft einen lebhaften und scharfen Ton annehmen, verdienen Beachtung, gleichviel, wie man sich zu deren Schlußergebnis stellen mag. Von E. Sellins „Einleitung in das Alte Testament" liegt nunmehr die 2. Auflage in neuer Bearbeitung vor; die ruhige und sachliche Darstellung dieser