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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1914-01-01 · 17 (1914) · p. Seite 204

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
17 (1914)
Article
Der Meschummed
Date
1914-01-01
Page
Seite 204 (sequence 19)
Language
German
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IRI
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.204 „Salmon?" klingt's fragend und aufschreiend zugleich aus dem Munde der alten Frau, und in. demselben Augenblick liegen sich Mutter und Sohn in den Armen. Der alte Mann war zurückgetreten und lehnt sich jetzt gegen das Spind; es ist gut, daß er eine Stütze findet, denn er fürchtet, umzusinken, und ein heftiges Zittern geht ihm durch die Glieder. Das Käppchen ist ihm aus der Hand gefallen, und er macht keinen Versuch, es aufzuheben. Bei der Mutter macht sich die Erschütterung in einem Tränenstrom Luft. Jetzt tritt sie zurück, und vor Aufregung hin- und hertrippelnd, betrachtet sie den Sohn. „Nein, ich hätt' Dich nicht erkannt, mein Kind", sagt sie verwundert und betrachtet erstaunt den Mann. „Nein, bist Du stark geworden! — Und größer auch! — Und den Bart hattest Du auch noch nicht!" — Der Sohn blickt seitlich zum Vater hinüber, als erwarte er eine Begrüßung, und jetzt fällt auch der Mutter auf, daß der Vater ihren Salomon noch nicht begrüßt hat. Der macht auch keine Anstalten dazu, er lehnt sich gegen das Spind und hat den Kopf gegen die Hand gestützt. Scheu blickt der Sohn jetzt zur Mutter hin, als ob er da Hülfe erwarte, wie sie in der Kindheit oft hatte vermitteln müssen- „Geh, Gerschem, Du hast unfern Salmon noch nich einnial bewillkommt!" Da tut der Sohn einen Schritt auf den Vater zu und sagt befangen: „Vater!" Der Vater wehrt ab. Der Sohn tritt näher, zögernd, zaghaft. Jetzt streckt er die Hand aus. Der Vater .scheint es nicht zu bemerken, und der Sohn läßt die Hand sinken. „Gerschem, es is doch unser Sohn!" klingt's bittend und beschwichtigend zugleich von den Lippen der Mutter, die nahe herangetreten ist. Da geht ein Zucken durch den magern Leib des alten Mannes, und aufschluchzend streckt er, noch tiefer

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