Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 17 (1914)
- Article
- Hofrat Professor Dr. David Heinrich v. Müller
- Date
- 1914-01-01
- Page
- Seite 145 (sequence 1)
- Language
- German
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Ein Lebensbild ־at Wpo s^SSOP #HF, von Rabbiner D1\ G. Nosenmann. 21. Dezember 1912 erlosch das Leben David Heinrich Müllers, der zu den hervorragendsten Gelehrten auf dem weiten Gebiete der Semitologie zählte und eine Zierde der Wiener Universität sowie der israelitisch-theologischen Lehranstalt war. Als Forscher und Lehrer entfaltete er eine fruchtbare, segensreiche Tätigkeit. Aber auch sein Werdegang ist bemerkenswert. So will ich denn zum ehrenden Andenken des unvergeßlichen Meisters versuchen, ein Bild von seinem Leben und Schaffen in kurzen Umrissen zu geben. David Heinrich Müller hat am 6. Juli 1846 in Buczacz (Galizien) das Licht der Welt erblickt. Diese alte, in der fruchtbaren Podolienebene gelegene Stadt gehört zu jenen Mittelpunkten jüdischen Lebens, wo das eifrige Thorastudium eine Pstanz- und Pflegestätte gefunden hat. Hier wirkten bedeutende Rabbiner, darunter der viel gefeierte R. Abraham David, Verfasser mehrerer halachischer Werke. Auch an Maskilim (Intellektuellen) alten Schlages war Buczacz schon in früheren Zeiten nicht arm. Diese Männer besaßen gediegene Kenntnisse nicht bloß im biblischen und talmudischen, sondern auch im späthebräischen, vorzüglich religionsphilosophischen, Schrifttum. Jbn Esra, More Nebuchim und der homiletisch-philosophische Baal Akeda waren ihre Lieblingslektüre. Aber auch Werke wie die Del Medigo's und Asarja de Rossi's, aus denen man mathematische und 10