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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1914-01-01 · 17 (1914) · p. Seite 101

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
17 (1914)
Article
Der Neue Bund in Damaskus
Date
1914-01-01
Page
Seite 101 (sequence 5)
Language
German
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101 Eingeweihten mitgeteilt wurden. Auf diese Weise glaubten sie sich vor der Verführung, der Einwirkung fremder Lehren geschützt. Und doch blieb auch dieses Unglück der kleinen Sekte nicht erspart. In ihrer eigenen Mitte regte sich der Abfall. Der geliebte Lehrer, der Begründer des Neuen Bundes, starb und ließ seine Getreuen von Gefahren umgeben zurück. Eine Generation ging dahin. Auch die Anhänger des „Spötters", die den rechten Lehrer verfolgt hatten, wurden dahingerafft, aber das Ende, auf das die Leute des Neuen Bundes hofften, zeigte sich noch nicht. Noch immer loderte der Zorn Gottes, und der neue rechte Lehrer, der vor der Endzeit erscheinen mußte, trat nirgends auf. — In dieser Zeit wurde das Buch geschrieben, das uns von dem Neuen Bunde Kenntnis gibt. Wann aber lebte dieser unbekannte Verfasser? In welcher Zeit der Weltgeschichte entstand die Sekte des Neuen Bundes? — Verdiente das Datum am Anfang der Schrift Vertrauen, Sann ständen wir auf sicherem Boden. 390 Jahre nach Nebukadnezar, das heißt im Jahre 190 vor der üblichen Zeitrechnung, lebten die Juden in Palästina unter syrischer Herrschaft, sie hatten ihre eigenen Hohenpriester, deren bekanntester, Simon der Gerechte, gerade um jene Zeit gelebt haben mag. Bereits damals machte sich der Hellenismus bemerkbar, der dann bald das jüdische Volk an den Abgrund des Verderbens führte, bis ein Menschenalter später der Makkabäeraufstand den jüdischen Glauben rettete. Aber so gut auch die Entstehung einer Sekte in einer solchen Zeit des Abfalls zu verstehen wäre, so dürfen wir doch der Angabe des Verfassers kaum vertrauen- Die alten Juden hatten keine Chroniken, die mit gewissenhafter Treue die Regierungszeiten der Herrscher von Nebukadnezar an bis auf die griechische Zeit niederschrieben. Es gab keine Aera, nach der man die Jahre zählte. Die Zeitabstände gerieten. in Vergessenheit und wurden stets unrichtig geschätzt, und unsere Sekte hat so wenig wie irgend ein jüdischer Schriftsteller der damaligen und der

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