Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 17 (1914)
- Article
- Die Ehre im Talmud
- Date
- 1914-01-01
- Page
- Seite 65 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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im 4 s. . jägalmucl .*) Von Rabbiner Dr. Stier. e) Die Ehre des Königs und der Priester. Wenn wir von der Ehre des Königs und der Priester sprechen, tritt uns zweierlei entgegen: die Ehre, die dem König gebührt, sowie die Pflicht des Königs, die Ehre seines hohen Ranges zu wahren. Die dem König eingeräumte hohe L>tellung heischt Ehre. So hoch sie aber auch sein mag, so gilt doch von ihr das bereits Erwähnte, daß die ״Stelle" allein es nicht ist, die den Menschen ehrt. Die Pflichten des Königs gegen den Bürger, sowie des Bürgers gegen den König werden als Ehrenpflichten angesehen. Das zwischen König und Volk erwünscht gedachte Verhältnis, soll, trotz der exceptionellen Stellung des Königs, ein auf gegenseitiger Wertschätzung beruhendes sein, das Königtum soll nicht als eine bloße Notwendigkeit, sondern als eine von Gott gewollte Einrichtung angesehen werden. Die Sorgfalt und die Milde des Königs soll diese Einrichtung zu einer auch vom Volke als heilsam erkannten von ihm gestützten und wertgehaltenen gestalten. Der Talmud versteht unter Ehre des Königs, im allgemeinen das, was wir unter ״Majestät" verstehen, sodann Pflichterfüllung von seiten des Königs, Huldigung seitens des Volkes. Die Verletzung der Etikette wird als Ehrverletzung angesehen und bestraft. In dem König ist die Würde des Staates, die Ehre des Fortsetzung aus dem Jahrgang 1912. 6