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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1914-01-01 · 17 (1914) · p. Seite 63

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
17 (1914)
Article
Literarische Jahresrevue
Date
1914-01-01
Page
Seite 63 (sequence 44)
Language
German
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63 Tempel zu Jerusalem und führen, mit Anspielung auf den Namen Caspi, den Titel „Tarn ha-Kessef“. Ueber das bekannte Verbot im Pentateuch „Lo tebaschel gedi bachaleb immo“ hat S- Ferares eine Monographie in französischer Sprache geschrieben, in der er die gewöhnliche Uebersetzung des Verbums „baschel“ mit „kochen" als ein Mißverständnis nachzuweisen unternimmt. Es bleibt mir noch übrig, zum Schluß der belletristischen Erzeugnisse des letzten Jahres, soweit sie mir bekannt wurden, zu erwähnen. Reich scheint die Ernte nicht gewesen zu sein. In hebräischer Sprache kommt ja zwar vieles auf den Markt; aber zumeist sind es Uebersetzungen aus anderen Sprachen, selbst wo dies nicht ausdrücklich gesagt wird, und oft sind nur die Namen der Personen jüdisch, während die Erzählungen und Romane nichts mit dem jüdischen Leben zu tun haben. Trotzdem ist einiges von dichterischem Wert. Von I. L. Per ez, dem bekannten Dichter des jüdischen Lebens im Osten, ist ein Band „Volkstümliche Erzählungen" erschienen, die in die Tiefe der Psychologie der osteuropäischen Juden dringen. Von Schalom Asch ist eine Erzählung „Erde" erschienen und von U. Frank liegt die Sammlung „Der Mischpoche-Rentner und andere Erzählungen" vor. Von C. Hauptmann ist ein Roman „Jsmael Friedmann" und von Eva Lotting ein Roman „Vor den Toren", der das Leben der jüdischen Auswanderer in Amerika behandelt. Den fesselnden Roman aus der spanischen Jnquisitionszeit „Das neue Jerusalem" von Guy Velvor (Georges Vayssisre) hat B. Königsberger ins Deutsche übersetzt. In der jüngsten Zeit spielt der Roman „Die Gezeichneten" von A. Madelung, und sein Schauplatz ist das halbasiatische, man kann jetzt vielleicht schon einfach sagen, das asiatische Rußland, das geographisch zu Europa gehört. Die grausamen Judenverfolgungen in diesem barbarischen Reich, die sich nicht etwa im Mittelalter, sondern vor unseren Augen in den Jahren 1905 und

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