Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 16 (1913)
- Article
- Der Sonnenstich
- Date
- 1913-01-01
- Page
- Seite 254 (sequence 27)
- Language
- German
- Belongs to
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254 Warum führt Ihr mich vom Lichte zur Finsternis, von einem gesegneten Hause in eine finstere Grube?" Der „Scheb" näherte sich dem Rasenden und raunte ihm einige Worte ins Ohr. Der Kranke horchte aufi sein Gesicht erhellte sich und er fing an laut zu singen. Plötzlich brach er wieder ab und fragte: „Ist es wahr?" „Ja, es ist wahr?" „Und der Mal'och Hamowes? Hat er sich nicht inzwischen ein anderes Messer verschafft?" „Dort, wohin wir Dich bringen, ist er nicht. Er hat ja auch kein Messer mehr!" „Doch, doch, ich fürchte, er hat sich ein anderes verschafft und wird mich nun aus Rache töten .... ." . Jechiels Angst war nicht unbegründet. Gleich nach seiner Einlieferung ins Krankenhaus hatte sich der Todesengel seiner bemächtigt. Das Leichenbegängnis fand an einem regnerischen Tage statt. Außer den Schamossim und den Talmudjüngern folgte niemand dem Sarge.