Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 16 (1913)
- Article
- Der Sonnenstich
- Date
- 1913-01-01
- Page
- Seite 228 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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ypc ^onn^npHek Von L. I. Pcretz. Aus dem Hebräischen frei übertragen von Albert Katz. I. Mus allen Himmelsrichtungen kündigten heftige Stürme das Herannahen des Winters an. Trübselig graue Wolken bedeckten das Himmelsgewölbe, Schnee und Regen fielen abwechselnd auf die Erde hernieder, und nur mühsam durchbrach die Sonne auf wenige Minuten das düstere Gewölk und vergoldete flüchtig mit ihren Strahlen die Dächer der Häuser . . . Ach, entfliehe nicht so schnell,- herrliche Himmelskönigin! Erbarme dich der Abgebrannten rmd Schutzlosen! Schaue mitleidsvoll nieder auf die Armen und Dürftigen, die bangend und zagend dem Winter entgegensehen! . . . Nun kommt vom Westen her eine neue Wolke schlangenartig herangeschlichen, verbreitet sich zuerst langsam, dann rascher und rascher über das Firmament und verhüllt das Tagesgestirn mit ihren düsteren Schleiern . . . Verzaget nicht, ihr Armen! . Der Herbst wird schwinden, der Winter einem neuerblühenden Frühling weichen, dann werdet ihr jubelnd den Sieg der Sonne, den Triumph des Lichtes begrüßen. Vorläufig allerdings vernehmet ihr nur das Toben des Sturmes, der heulend, Menschen und Tiere verscheuchend, durch die Straßen rast und wutentfesselt das finstere Gewölk in tausend Fetzen zerreißt, die nun in wilder Flucht die blaue Himmelsfläche durchjagen . . . Von diesem Kampf der Elemente war in dem rauchgeschwärzten Beth Hamidrasch nichts zu merken. Die dort