Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 16 (1913)
- Article
- Barkochba
- Date
- 1913-01-01
- Page
- Seite 125 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/3111067-3111098-3115984--4410-3116142- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
125 Und langes Leben dem verheißen, der Beim Leeren eines Vogelnests der Mutter Die Freiheit gibt. Nun sah ich eines Tages, Daß eine Schlange den gebissen, der Die Brut nur nahm, die Mutter aber freiließ. Ein andermal sah ich den Mann, der auch Die Mutter nahm, von keiner Straf' ereilt. D o sith e o s. Du nennst Naturlauf und in ihm den Zufall — Was hätten die mit unserm Tun zu schaffen? Nicht Lohn, nicht Plage ficht den Edeln an, Er hat in sich die Freiheit hergestellt. Und kein Geschick darf über ihn entscheiden. (Pilger aus der zweiten Gruppe treten an die Tische, nachdem die der ersten sich zurückgezogen.) Anführer. Euch grüßen Brüder aus Antiochia Obgleich man uns Epikuräer schilt, Des Ew'gen Haus zu baun, ergriff auch uns. I u l i a n u s. Der Friede sei mit euch! (Die Pilger tauschen die Münzen aus.) Vierte Tcene. (Vorige, Josua, Akiba, Mylas, Jochanan ben Torta, Jose ben Kisma.) I o s u a. Ich muß der Reise lebhaft heut gedenken, Die wir nach Rom einst zagend unternahmen. Als wir dem Kapitol uns näherten. Beschlich uns tiefes Weh, wir alle klagten, Selbst unser Patriarch Gamliel klagte; Welch reges Treiben auf dem Kapitol Und die Verödung unsres Tempelbergs! Du warst der einzige, der Fassung zeigte: Wenn Gott den Bösen so viel Gnad' erweist, Was wird er erst für seine Freunde tun! So sprachst Du, Dein Vertraun ist nun belohnt.