Mannheim
Compact Memory

Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1913-01-01 · 16 (1913) · p. Seite 119

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
16 (1913)
Article
Die Papyri von Elefantine
Date
1913-01-01
Page
Seite 119 (sequence 56)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
96% known words query
IRI
…/3111067-3111098-3115983--4403-3116136
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

119 ein Spatenstich diesen allzu kühnen Hypothesen ein Ende und zeigt uns den uralten Tempel in Aegypten und jüdische Dörfer in der Pharaonenzeit und beweist, daß die alte Tradition recht hatte, wenn sie die Zerstreuung der Juden und ihre Ansiedlung in Aegypten weit hinaufverlegte in das fernste Altertum. Es ist nichts Geringes, wenn uns die Papyri von Elesantine von einem versprengten Teile des jüdischen Volkes erzählen und von einer Zeit, aus der wir bisher nichts wußten; wenn sie eine Lücke in der unendlichen Reihe ausfüllen, die die Geschichte der Juden bildet. Das Bewußtsein von der Ewigkeit des Judentums erwacht von neuem in unserer Brust, wenn wir jene zerfetzten Blätter lesen. Der Stamm, der einst an den Ufern des Nils gestanden hatte, ist heute noch stark und lebensfrisch, trägt Blüten und Früchte, derselbe Gottesglaube, den die Söldner der Pharaonen hegten, lebt, allerdings veredelt und vertieft, noch heute fort, der Name Jude, den die Bürger und Soldaten von Jeb in Ehren trugen, ist heute noch der Schmuck des Volkes der ältesten Kultur. So werden die Papyri von Elesantine zu Adelsbriefen für die Juden der Gegenwart.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.