Mannheim
Compact Memory

Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1913-01-01 · 16 (1913) · p. Seite 73

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
16 (1913)
Article
Die Papyri von Elefantine
Date
1913-01-01
Page
Seite 73 (sequence 10)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
95% known words query
IRI
…/3111067-3111098-3115983--4357-3116090
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

73 beendet hatte, sandten die Inden aus Elefantine eine Bittschrift an den persischen Statthalter von Judäa. Die Entwürfe blieben im Archiv der Gemeinde liegen. Sie waren in aramäischer Sprache abgefaßt und auf Papyrus geschrieben. Einer von ihnen, der vollständig erhalten ist, hatte folgenden Wortlaut: „An unfern Herrn Bagohi, den Statthalter von Juda, deine Knechte Jedonja und seine Genossen, die Priester in der Festung Jeb. Es grüße unfern Herrn der Gott des Himmels gar sehr zu jeder Zeit, und er gebe dir Gnade vor dem König Darius und den Söhnen des (königlichen) Hauses tausendmal mehr noch als jetzt, und er gebe dir langes Leben. Sei fröhlich und stark zu jeder Zeit. Nunmehr sprechen deine Knechte Jedonja und seine Genossen also: Im Monate Tammus des Jahres 14 des Königs Darius, als Arscham zum Könige fortgezogen war, machten die Götzenpriester des Gottes Chnub in der Festung Jeb eine Verschwörung mit Waidrang, der hier Kommandant war, mit folgender Bestimmung: Den Tempel des Gottes Jaho in der Festung Jeb soll man von dort wegschaffen. Darauf schickte jener verfluchte Waidrang einen Brief an seinen Sohn Nepajan, der Heeresoberster in der Festung Syene war, des Inhalts: Den Tempel in der Festung Jeb soll man zerstören. Darauf führte Nepajan Aegypter samt anderen Truppen herbei. Sie kamen mit ihren Waffen in die Festung Jeb, traten in jenen Tempel, zerstörten ihn bis auf den Grund, die steinernen Säulen, die dort waren, zerbrachen sie, ferner: fünf steinerne Tore, gebaut aus behauenen Steinen, die dort in jenem Tempel waren, zerstörten sie, ihre Türflügel aus Holz und die Angeln dieser Türflügel aus Erz, das Dach aus Zedernbalken, alles samt der übrigen Ausstattung und anderes, was dort war, alles verbrannten sie mit Feuer, die goldenen und silbernen Sprengschalen, und was sonst im Tempel war, alles nahmen sie und eigneten es sich an. — Bereits in den Tagen der Könige von Aegypten haben unsere Väter diesen Tempel in der Festung Jeb gebaut, und

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.