Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 16 (1913)
- Article
- Die Papyri von Elefantine
- Date
- 1913-01-01
- Page
- Seite 64 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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ijPajpi|Fi Von IfzFantinp. Bon Rudolf Leszynsky. lesen die Bibel heute anders als in vergangenen Spfp Zeiten. Gewiß ist sie auch für uns noch das Buch der Erziehung des Menschengeschlechtes, wir vertiefen uns in ihre religiösen Lehren, wir gründen auf sie unfern Glauben und unsere Sittlichkeit. Aber neben den Ewigkeitswerten, die sie in sich birgt, sehen wir in ihr die Spüren der Zeit, in der sie entstanden ist, sie selbst erzählt uns Geschichte und wird dadurch zur Quelle für die Geschichte eines hochbegabten Volkes, das der Menschheit unvergängliche Ideen geschenkt hat. Wir glauben heute die Bibel nicht mehr zu verstehen, wenn wir die geschichtlichen Voraussetzungen nicht kennen, die ihre Grundlagen bilden. Ueber die Ideen hinaus fragen wir nach den Trägern dieser Ideen, nicht nur nach den Großen und Hohen, die weit über ihrer Zeit und Umgebung standen, nach den Priestern und Propheten, den Richtern und Königen. Wir möchten wissen, wie die Massen lebten und dachten, jene Niedrigen und Kleinen, die nicht selbsttätig handelnd das Rad der Geschichte vorwärtsbewegten, die keine Heere führten und keine Bücher schrieben und die doch den Grundstock der Nation bildeten, den Stamm, der die Blüten und Früchte trägt und ernährt. Das Volk bestand nicht nur aus Propheten, seine Interessen waren verteilt auf alle Gebiete menschlicher Betätigung. Handel und Gewerbe, Ackerbau und Gelehrsamkeit, alle die mannigfaltigen Mühen, Sorgen und Freuden des täglichen Lebens hatten in jenen Kreisen ihren Platz