Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 16 (1913)
- Article
- Literarische Jahresrevue
- Date
- 1913-01-01
- Page
- Seite 59 (sequence 39)
- Language
- German
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59 gediegene Übersetzungen klassischer Werke aus anderen Sprachen (so z. B. DonQuixote übersetzt von Bialik) haben allerdings eine nur untergeordnete Bedeutung; sie gehören wohl der hebräischen Sprache, aber nicht der hebräischen Literatur an. Vieles ist auch blos Nachbildung fremder literarischer Schöpfungen. Eine bedeutsame Erscheinung in der neueren Zeit ist eine Sammlung Erzählungen von M. I. Berdyczewski (Meemek ha-chajjim). Von des bekannten Volkshumoristen S. Rabbino witsch (Scholem Aleichem) humoristischen Erzählungen in hebräischer Uebersetzung ist im letzten Jahre ein weiterer Band erschienen. S. Bermann schrieb für die reifere Jugend historische Erzählungen aus dem Leben großer Persönlichkeiten des jüdischen Volkes. Von I. CH. Brenner ist eine Sammlung von Bildern und Skizzen aus dem jüdischen Leben der Gegenwart erschienen (Mikaan nmikaan). Außerdem liegt noch eine größere Anzahl kleinerer Schriften in den Sammlungen „Jephet", „Saarn", „Kohelet", „Sifrut" usw. vor. Die namentliche Anführung dieser kleineren, oft trefflichen Schriften aus verschiedenen Gebieten der Literatur und der wissenschaftlichen Volksbelehrung würde hier zu viel Raum beanspruchen. Ich möchte hier noch, ohne inneren Zusammenhang, manche Erscheinungen des letzten Jahres erwähnen, die sich in kein bestimmtes Fach einreihen lassen. So ist die Schrift von W. Sombart über die „Zukunft der Juden" zu erwähnen, die manche zutreffende Bemerkung über das Problem des modernen Judentums und der modernen Juden enthält, im ganzen aber einseitig und unklar ist. Von demselben Publizisten und Soziologen ist eine Zusammenstellung verschiedener Aeußerungen über „Judentaufen" veröffentlicht worden. Diese jetzt beliebt gewordene Methode, die Lösung schwieriger Probleme der Zeit durch Umfragen zu versuchen, ist hier auch auf die Erscheinung der Judentaufen angewandt worden. Neben mancher richtigen Bemerkung ist von berufenen und unberufenen