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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1913-01-01 · 16 (1913) · p. Seite 54

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
16 (1913)
Article
Literarische Jahresrevue
Date
1913-01-01
Page
Seite 54 (sequence 34)
Language
German
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54 des Aristotelikers Abraham ibn Daud" behandelt. Eine bedeutsame tüchtige Studie liegt in dem Buch „Moses ben Maimon (Maimonides), sein Leben und seine Werke" von I. Münz, vor. Es ist dies die erste größere wissenschaftliche Biographie dieses großen vielseitigen Denkers iin Mittelalter, die ein klares Bild von seinem Leben und geistigen Schaffen gibt. Sie beschäftigt sich nicht blos mit den philosophischen Leistungen des Maimonides, die in der letzten Zeit am häufigsten erörtert wurden, sondern auch mit seinem umfassenden wissenschaftlichen Wirken überhaupt. Das Buch füllt eine Lücke in der Wissenschaft des Judentums aus. In französischer Sprache liegt über dasselbe Thema eine Monographie von L. G. Levy „Maimoiiide“ vor. — Als einen der Ausläufer der maimonidischen Schule der jüdischen Religionsphilosophie kann man den liebenswürdigen Philosophen Hillel aus Verona bezeichnen, von dem wir eine religionsphilosophisch-psychologische Schrift „Tagmule ha-nefesch“- besitzen (sehr beachtenswert sind seine Auslassungen in der Einleitung über den Maimonides- Streit). Eine deutsche Uebersetzung, der ersten vier Kapitel dieser Schrift hat M. Geyer veröffentlicht. Ein schönes Buch, dessen Lektüre ich jedem Gebildeten empfehlen möchte, ist das „Spinoza-Brevier" von A. Liebert. In geradezu künstlerischer Darstellung sind Spinozas Aussprüche (aus seinen Schriften und Briefen gesammelt) über Erlebnis und Philosophie, über Erkenntnis, ihre Wege und ihren Wert, über die Lehre von Gott und die Natur, über Psychologie, Anthropologie, Ethik und Lebensphilosophie, über Recht und Staat, über Religion usw. in meisterhafter Uebersetzung zusammengestellt. Im Anschluß daran soll noch der Spinoza- Roman „Amor Dei" von E. G. Kolbenheyer, der bereits in der 3. Auflage vorliegt, erwähnt werden. Von dem bekannten Spinoza-Forscher E. Altkirch ist ein Werk über Spinoza in der Kunst erschienen: „Spinoza im Portrait". Das steigende Interesse für Spinoza bekundet auch die Herausgabe der Schrift: „Jacobis Spinoza- Büchlein nebst Replik und Duplik" von Fritz Mauthner.

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