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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1912-01-01 · 15 (1912) · p. Seite 252

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
15 (1912)
Article
Der Mischpocherentner
Date
1912-01-01
Page
Seite 252 (sequence 41)
Language
German
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252 „Das sind Merkmale geistiger Beschränktheit. . „So wird es wohl sein. Viel Freude hat er seinen Angehörigen kaum gemacht und zu erwarten haben sie auch nichts von ihm. Aber sie lieben ihn und sorgen sich um ihn und er liebt sie und es ist ein Zusammenhang, wie in diesen engverbundenen jüdischen Familien der Armut. In diesem Familiensinn beruht das einzige, was sie an Würde und Selbstgefühl aufbringen können. Die Mischpoche ist es. Erst die nächste, dann die erweiterte. Das ist der Stützpunkt, auf dem sie fußen. Für manche der Weg zum Vorwärtskommen, für die meisten eine sichere Gewähr, nicht verloren und verlassen zu sein. Kommt's, wie es kommt! Etwas vom Fatalismus orientalischer Völker steckt noch darin, nur daß sie dabei nicht aufs unbestimmbare Schicksal vertrauen, sondern auf die positive Mitwirkung anderer. Saul Eisenstädter wird nie verlassen sein, so lange seine Geschwister leben und für deren Zukunft darf man wohl das beste erwarten. Die Tochter Fanny, die heutige Braut, scheint sich ja wirklich gut zu versorgen. . .?" „Selig Weiß ist ein achtbarer Mann. Fleißig und geschäftstüchtig . . . etwas robust und ganz ungebildet, aber das hindert am Fortkommen nicht. Und die übrigen Kinder? Sie sind doch bereits alle erwachsen. . ." „Der zweite Sohn ist ein sehr arbeitsamer, tüchtiger, ordentlicher Mensch. Verdient längst was er braucht und gibt schon für die andern was ab. Er will sich, wie ich höre in Wien etablieren." „Woher hat er die Mittel dazu?" „Sein jetziger Chef, ein Kohlenhändler en gros, bei dem er seit seiner Lehrlingszeit ist, schenkt ihm großes Vertrauen und hält ihn für umsichtig und zuverlässig. Er will ihm zu dem Etablissement behülflich sein, indem er ihm ein Kohlendetailgeschäft, das seinem in Wien verstorbenen Bruder gehörte, zur Weiterführung übergibt." „Das ist ja eine glückliche Chance." „Uebrigens verdient der ältere jetzt in Olmütz auch schon, etwas, wenn's auch zu seinem Lebensunterhalt noch nicht ganz ausreicht. Der dritte Sohn besucht das

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